Berufsschule und wöchentliche Arbeitszeit

Gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 2 JArbSchG darf der jugendliche Auszubildende an einem Berufsschultg mit mehr als fünf Unterrichtsstunden von je mindestens 45minütiger Dauer nach dem Berufsschulunterricht in der Apotheke nicht mehr beschäftigt werden. Dieses Beschäftigungsverbot gilt allerdings nur für einen Berufsschultag in der Woche. Ein solcher Berufsschultag wird ferner mit acht Stunden auf die gesetzliche Höchtsarbeitszeit von vierzig Stunden pro Woche angerechnet, auch wenn die tarifliche oder die betriebliche Wochenarbeitszeit kürzer ist.

Bei einem zweiten Berufsschultag in der Woche kann der jugendliche Auszubildende nach dem Berufsschulunterricht wieder in der Apotheke beschäftigt werden, sofern die zulässige tägliche Ausbildungszeit von 8 bzw. 8,5 Stunden noch nicht ausgeschöpft ist. Bezüglich des zweiten Berufsschultages werden die Unterrichtszeiten einschließlich der Pausen auf die Arbeitszeit- bzw. Ausbildungszeit angerechnet.

Es wird erneut ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Auszubildende, die das 18. Lebensjahr bereits vollendet haben, an beiden Berufsschultagen in der Apotheke beschäftigt werden können.

Die werktägliche Arbeitszeit darf gemäß dem Arbeitszeitgesetz grundsätzlich 8 Stunden nicht überschreiten. Sie kann auf bis zu 10 Stunden verlängert werden, wenn innerhalb von 6 Kalendermonaten oder innerhalb von 24 Wochen im Durchschnitt 8 Stunden werktäglich nicht überschritten werden.

Berufsschultage werden auf die Arbeitszeit mit den Unterrichtsstunden einschließlich der Pausen angerechnet. Entsprechend einem Urteil des Bundesarbeitsgerichtes ist der Auszubildende neben der Unterrichtszeit und den Pausen auch für die notwendigen Wegezeiten zwischen der Berufsschule und dem Ausbildungsbetrieb freizustellen. Dies gilt jedoch ausdrücklich nur für den Weg zwischen der Berufsschule und dem Ausbildungsbetrieb.

Wenn eine Beschäftigung nach dem Berufsschulunterricht zwar noch zulässig wäre, aber wegen langer Wegezeiten nicht sinnvoll ist, kann die Beschäftigung an den anderen Tagen nachgeholt werden. Dabei sind allerdings die vorgenannten Grenzen des Arbeitszeitgesetzes zu beachten.

In der berufsschulfreien Zeit (also in den Ferien) werden alle Auszubildenden in Höhe der tariflich festgelegten Wochenarbeitszeit von 40 Stunden beschäftigt, da in den Ausbildungsverträgen in der Regel auf die Bestimmungen des Bundesrahmentarifvertrages für Apothekenmitarbeiter Bezug genommen wird.

Sonderregelungen gelten für den jugendlichen Auszubildenden ferner für die Beschäftigung an Sonn- und Samstagen. Jugendliche dürfen nur an fünf Tagen in der Woche beschäftigt werden, wobei gemäß § 17 Abs. 1 JArbSchG an Sonntagen ein generelles Beschäftigungsverbot besteht. An Samstagen darf der Jugendliche beschäftigt werden, dabei sieht § 16 Abs. 2  S. 2 JArbSchG allerdings vor, dass in der Regel zwei Samstage im Monat beschäftigungsfrei bleiben sollen.

Voraussetzung für die Beschäftigung von Jugendlichen an Samstagen ist allerdings, dass sie an einem anderen berufsschulfreien Arbeitstag derselben Woche freigestellt werden müssen. Können Jugendliche am Samstag nicht 8 Stunden beschäftigt werden, kann der Unterschied zwischen der tatsächlichen und der höchstzulässsigen Arbeitszeit nach § 16 Abs. 4 JArbSchG an dem Tag bis 13:00 Uhr ausgeglichen werden, an dem der Jugendliche freizustellen ist.

Neu geregelt ist im JArbSchG, dass die beiden wöchentlichen Ruhetage nach Möglichkeit aufeinanderfolgen sollen, also in der Regel Samstag/Sonntag oder Sonntag/Montag. Bei der Beschäftigung eines Jugendlichen an einem Samstag wird daher empfohlen, ihn am darauffolgenden Montagvormittag freizustellen, sofern kein Berufsschulunterricht anfällt.

Kann die wöchentliche Arbeitszeit von 40 Stunden für Jugendliche nur einschließlich der Beschäftigung an jedem 2. Samstag im Monat voll ausgeschöpft werden, ist eine Freistellung der Jugendlichen an einem berufsschulfreien Tag derselben Woche erforderlich.



Ansprechpartner

Annette Heitmann
Abteilung Ausbildung PKA/PTA und Dienstbereitschaft
T 0251 52005-46
F 0251 52005-92
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