Studien zur Pharmazeutischen Betreuung
Das Berufsbild des Apothekers hat in den letzten 50 bis 60 Jahren eine starke Wandlung vollzogen. Lange Zeit waren Herstellung, Prüfung und Abgabe von Arzneimitteln Hauptaufgaben. Heute hat sich das Aufgabengebiet des Apothekers deutlich erweitert. Zunehmend fasst die Pharmazeutische Betreuung Fuß in den öffentlichen Apotheken. Pharmazeutische Betreuung zielt auf eine kontinuierliche, interdisziplinäre und ineinandergreifende Patientenbetreuung ab. Bundesweit laufen in den einzelnen Bundesländern verschiedene Studien zur Pharmazeutischen Betreuung. Auch im Kammerbereich Westfalen-Lippe wurden bislang zwei Studien durchgeführt.
Modellstudie zur Pharmazeutischen Betreuung älterer, multimorbider Patienten - "OMA": Nachweis des Nutzens von Pharmazeutischer Betreuung
Im Laufe der letzten Jahre wurden in Deutschland verschiedene Modellprojekte zur Pharmazeutischen Betreuung umgesetzt. Deren Ergebnisse sollen dazu dienen, die Unverzichtbarkeit des Apothekerberufsstandes im Gesundheitswesen zu belegen. Auch die "OMA"-Studie, die im Kammergebiet Westfalen-Lippe durchgeführt wurde, hat dazu beigetragen, diesem Ziel näher zu kommen.
Die Modellstudie zur Pharmazeutischen Betreuung älterer, multimorbider Patienten, "OMA", ist Teil einer multizentrischen Studie innerhalb des Pharmaceutical Care Network Europe (PCNE), an der insgesamt 7 europäische Länder teilgenommen haben. "OMA" kommt aus dem Niederländischen und ist die Abkürzung von "Ouderen Medicatie Analyse".
Das Studienthema liegt im Trend der demographischen Entwicklung. Durch steigende Lebenserwartung wird unsere Gesellschaft zunehmend älter. Zudem besitzen gerade ältere Menschen häufig Probleme im Umgang mit ihren Arzneimitteln. Daher besteht grundsätzlich ein großer Betreuungsbedarf dieses Patientenklientels.
Im September 1999 lag die wissenschaftliche Auswertung der 18-monatigen Studie der Apothekerkammer Westfalen-Lippe vor. Sie stand unter der Leitung von Frau Professor Dr. Marion Schaefer, Institut für Arzneimittelepidemiologie und Sozialpharmazie der Humboldt Universität zu Berlin. Im Frühjahr 2001 ist der Abschlussbericht zur "OMA-Studie" in Westfalen-Lippe in der Pharmazeutischen Zeitung in drei Teilen (PZ Nr. 11/2001, Seiten 11 bis 21; PZ Nr. 12/2001, Seiten 26 bis 32; PZ Nr. 13/2001, Seiten 26 bis 35) veröffentlicht worden.
Aufnahme der "OMA"-Studie in den Projektverbund "Gesundes Land NRW"
Besondere Anerkennung hat die "OMA"-Studie auch dadurch erfahren, dass sie 1997 als einziges pharmazeutisches Projekt in den Projektverbund "Gesundes Land Nordrhein-Westfalen" im europäischen Netzwerk der Weltgesundheitsorganisation (WHO) "Regionen für Gesundheit" aufgenommen wurde. Damit wurde unterstrichen, dass die Modellstudie den 10 vorrangigen NRW-Gesundheitszielen sowie den WHO-Zielen für Europa entspricht und dass das wissenschaftliche Studienkonzept innovativ ist.


