Fünf Beiträge zu Pharmazie und Apotheke ausgezeichnet

(Münster, 29. August 2022) 12.000 Euro Preisgeld, fünf ausgezeichnete Beiträge und singende Zucchinis: Vor 150 Gästen aus Medienbranche und Gesundheitswesen wurde am Freitagabend feierlich der 6. Journalistenpreis der Apothekerstiftung Westfalen-Lippe im Atlantic Hotel Münster verliehen.

Die Reportage von Laura Handke und Michael Kleinrensing „Im Dauereinsatz gegen die Pandemie“ in der Hagener Ausgabe der Westfalenpost überzeugte die Jury und wurde mit dem ersten Preis, dotiert mit einem Preisgeld in Höhe von 4.000 Euro, ausgezeichnet. Redakteurin Laura Handke und Fotograf Michael Kleinrensing dokumentierten mit ihrem Beitrag in Wort und Bildern, was im Hintergrund des Hagener Impfzentrums passierte. Wolfram Linke, Vorsitzender des Pressevereins Münster-Münsterland, betonte in seiner Laudatio: „Die Preisträger haben im Team ein wunderbares Beispiel dafür geliefert, wie man Qualitätsjournalismus mit Mutmacher-Journalismus verbinden kann. Sie haben geschildert, wie der Ablauf in einer Impfstraße war. Die Geschichte ist flüssig und verständlich geschrieben, verzichtet auf Fachtermini und da, wo es nötig war, hat sie diese einfach erklärt.“

Platz zwei und damit 3.000 Euro Preisgeld gingen an Michael Wallkötter und seine Reportage „Apotheken in Sichtweite“, die in der Recklinghäuser Zeitung erschienen ist und eine informative Analyse über den Apothekenmarkt und Recklinghausen und Dorsten darstellt. Professor Dr. Achim Baum, Professor für PR und Journalismus am Institut für Kommunikationsmanagement der Hochschule Osnabrück/Campus Lingen, referierte dazu in seiner Laudatio: Was Wallkötter liefert, „ist der über eine ganze Zeitungsseite ausgebreitete Beweis dafür, wie wichtig ein sauber recherchierender Lokaljournalismus für die Menschen in der Region ist. Klare und gut sortierte Informationen werden ergänzt durch die Erkenntnisse aus Studien und Gutachten und eingeordnet von Experten, den Apotheker*innen selbst, denen der Journalist keine gestanzten Statements, sondern abwägende Aussagen entlockt hat.“ Hörbar bewegt nahm Wallkötter, der als einziger Preisträger nicht vor Ort war, sondern im Urlaub an der Mosel mit einer telefonischen Live-Schalte überrascht wurde, den Preis und die Laudatio fernmündlich entgegen.

Als Drittplatzierte wurden Florian Schütte (Text) und Jürgen Christ (Grafik) für ihren Beitrag ausgezeichnet. Für das Duo und den in der Lokalausgabe Coesfeld der Westfälischen Nachrichten erschienenen Beitrag „Kaum Rezepte gegen den Abwärtstrend“ gab es ein Preisgeld in Höhe von 2.000 Euro. Text und Infografik behandeln die Hintergründe, warum immer mehr Apotheken von der Schließung bedroht sind. Laudator Marc-Stefan Andres vom Online-Magazin RUMS lobte den Beitrag, „der in der Vogelperspektive startet, um dann am Beispiel eines Apothekers in Detail zu gehen. Die Geschichte steht beispielhaft dafür, wie ein komplexes Thema gut verständlich aufbereitet werden kann.“ Dazu gehöre auch, dass anstelle eines Symbolbildes eine aufwändige Infografik erstellt wurde, die, so der Laudator, „eine weitere, wichtige Informations-Ebene mit einbringt“. Deshalb hatte sich die Jury dafür entschieden, Text und Grafik gemeinsam auszuzeichnen.

Nicht ganz auf dem Treppchen aber sehr wohl preiswürdig sah die Fachjury den Text „Es hat sich vieles verändert“ von Ramona Richter. Erschienen war das Lesestück über den Wandel in der Pharmazie, dem die Jury 1.500 Euro Preisgeld zuerkannte, in der Wittgensteiner Lokalausgabe der Westfalenpost. Laudator Dr. Frank Biermann, Vorsitzender der Fachgruppe Medien, Journalismus und Film im Verdi-Bezirk Münsterland, stellte heraus: „Wir danken der Redakteurin dafür, dass sie die Geschichte recherchiert und in sehr guter Form aufbereitet hat – und nicht im Dschungel der Pharmazie den roten Faden verloren hat.“

Dass die Fachjury frei über die Vergabe des Preisgeldes entscheiden kann – darüber durfte sich mit Erol Kamisli der Autor von „Medikamente aus dem Drucker“ (Lippische Landeszeitung Detmold) freuen, der interessant und informativ war, aber nicht so ganz zu den anderen Beiträgen passte, da er als einziger Text eher in die Sparte „Wissenschaftsjournalismus“ passte. Also haben die Jurorinnen und Juroren kurzerhand einen „Sonderpreis Wissenschaft“ aus der Taufe gehoben und diesen mit 1.500 Euro versehen. Andrea Benstein, Studioleiterin des WDR-Landesstudios Münster, sagte in Ihrer Laudatio: „Mich hat der Beitrag über die Möglichkeit, Medikamente auf Esspapier zu drucken, völlig überrascht und überzeugt.“

Neben den genannten Laudator*innen gehören auch Anne Eckrodt, Chefredakteurin der Westfälischen Nachrichten, und Frank Dieckerhoff, Vizepräsident der Apothekerkammer Westfalen-Lippe, der Fachjury an, die gemeinsam unter den zahlreichen hochkarätigen Bewerbungen die „Crème de la Crème“ gesucht und ausgezeichnet haben. Dieckerhoff, der als einziger Apotheker in der Jury für das Pharmazeutische in den Beiträgen der Bewerber verantwortlich ist, betonte, wie hart in der mehrstündigen Jurysitzung um die Platzierungen gerungen wurde und sagte: „Die Auswahl der Siegerbeiträge zeigt, dass es uns bei dem Preis nicht darum geht, uns selbst zu beweihräuchern. Uns geht es darum, dass Journalisten sich fachlich sauber mit Themen rund um Apotheke und Pharmazie beschäftigen.“ Neben Preisgeld und Urkunde gab es für die Preisträger*innen eine Miniatur eines goldenen Einhorn-Kopfes. Das große Original krönt die im Apothekerhaus am Aasee beheimatete historische Einhorn-Apotheke.

Moderiert wurde die kurzweilige Preisverleihung im über den Dächern der Stadt vom Fernsehjournalisten Matthias Bongard. Für musikalisch-kabarettistische Auflockerung sorgten die „Zucchini Sistaz“ mit charmanten Swing-Klassikern – natürlich in Zucchini-Grün.