Termine, Fristen & gesetzliche Vorgaben

Konnektoren, Kartenlesegeräte, HBA & SMC-B, eMP und E-Rezept – aktuell gibt es eine Vielzahl von Berichten sowie auch Werbe- und Vertriebsaktivitäten verschiedener Marktteilnehmer rund um die Einführung der Telematikinfrastruktur in den Apotheken in Deutschland.
Hier spielen Fragen zur Verfügbarkeit von Konnektoren, Heilberufsausweisen und Institutionenkarten sowie die Diskussionen und Gesetzgebungsmaßnahmen rund um das Thema E-Rezept hinein.
Wir möchten Ihnen einen Überblick über den aktuellen Stand der Einführung sowie über die nächsten Schritte geben und die Frage beantworten, inwieweit für Sie aktuell Handlungsbedaraf besteht.

Die Planung für die Ausstattung der Apotheken in Deutschland wird im Wesentlichen durch zwei Faktoren bedingt, gesetzgeberische Maßnahmen auf der einen Seite und technische Komponenten und deren Verfügbarkeit auf der anderen.


GESETZLICHE ENTWICKLUNGEN

Die gesetzliche Rahmenbedingungen sehen Folgendes vor:

Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV)

  • Bis zum 31.03.2020 Schaffung notwendiger Regelungen zur Verwendung des elektronischen Rezeptes durch Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), GKV-Spitzenverband (GKV-SV) und Deutscher Apotheker Verband (DAV), hierzu zählen vertragliche Regelungen ebenso wie notwendige Fachverfahren;

  • Bis zum 30.06.2020: Maßnahmen zum Versand von elektronischen Rezepten durch gematik zu ergreifen (insbesondere Erstellung von technischen Spezifikationen);

  • DAV, GKV-SV & KBV federführende Gesellschafter im Projekt zum E-Rezept.

Digitale-Versorgung-Gesetz DVG

  • Anbindung aller Apotheken an die Telematikinfrastruktur bis zum 30.09.2020.


Technische Ausstattung, Apothekerausweis (HBA) und Institutionenkarte (SMC-B)

Diese vorgenannten Termine und Fristen müssen jedoch vor dem Hintergrund der technischen Entwicklung betrachtet werden.

Die für den Betrieb der Telematikinfrastruktur erforderliche Institutionenkarte (SMC-B) sowie der Apothekerausweis/Heilberufsausweis (HBA) stehen prinzipiell zur Verfügung.
Die Beantragung bei der Apothekerkammer Westfalen-Lippe wird mit Beginn des 2. Quartals mögich sein.
Die Karten allein helfen aber nicht; der für die Ausstattung notwendige eHealth-Konnektor hat noch keine finale Zulassung für den bundesweiten Rollout.
Hierzu findet im ersten Quartal 2020 (derzeitige Planung: Start im März) ein Feldtest statt, indem die Komponenten und die Anwendung u.a. des elektronischen Medikationsplans über 8 Wochen statt. Erst nach Abschluss und Be- und Auswertung dieses Tests, könnte der bundesweite Rollout beginnen.