In Münster kamen ADEXA-Bundesvorstandsmitglied Andreas May, Kammerpräsidentin Gabriele von Elsenau Overwiening und Hauptgeschäftsführer Michael Schmitz zu einem fachlichen Austausch zusammen. Zentrale Themen des gut dreistündigen Treffens im Apothekerhaus waren das derzeit diskutierte Apothekenreformgesetz und gemeinsame Überlegungen zur Stärkung und Aufwertung des PTA-Berufs.
May und von Elsenau Overwiening stellten einvernehmlich fest, dass – auch mit Blick auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – die im Koalitionsvertrag festgeschriebene Erhöhung des Fixhonorars je abgegebener Arzneimittelpackung von 8,35 auf 9,50 Euro unverzüglich umzusetzen sei: „Wer es mit der Stärkung der Vor-Ort-Apotheken als unverzichtbarem Bestandteil der Gesundheitsversorgung und der sozialen Infrastruktur ernst meint, darf sie nicht weiter kaputtsparen“, so von Elsenau Overwiening. Andreas May ergänzte: „Es wird nicht gelingen, steigende Personalkosten, tarifliche Lohnsteigerungen und den zunehmenden Fachkräftemangel in den Apotheken zu bewältigen, wenn die Politik die zugesagte verlässliche und planbare Honorarentwicklung verweigert.“
Beide waren sich darin einig, dass das von der Großen Koalition vorgelegte Reformgesetz einige sinnvolle Elemente enthält – wie etwa die Erhöhung der Nacht- und Notdienstpauschale, den Abbau unnötiger Bürokratie und die Erweiterung des Katalogs der pharmazeutischen Dienstleistungen. Einig waren sich May und von Elsenau Overwiening auch in der Ablehnung der Regelungen zu einer befristeten Vertretung durch PTA: „Zum einen ist diese Regelung weder ausgereift noch zu Ende gedacht. Zum anderen löst sie keines unserer strukturellen Versorgungsprobleme. Diese entstehen insbesondere dadurch, dass die wohnortnahen Apotheken seit Jahren chronisch unterfinanziert sind.“
Michael Schmitz stellte in dem Gespräch die umfassenden Aktivitäten zur Förderung des PTA-Berufs vor. Dazu zählen unter anderem die finanzielle Unterstützung der PTA-Schulen im Kammerbezirk sowie der PTA-Campus, eine digitale Plattform zur Vernetzung, Fortbildung und Information. Aktuell sind dort mehr als 9.000 PTA (über 99 Prozent aller PTA im Landesteil) registriert. Ziel dieser Maßnahmen ist es, die fachliche Qualifikation, die Sichtbarkeit und die beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten von PTA nachhaltig zu verbessern. Mittlerweile entfallen gut zehn Prozent des Kammerhaushaltes auf die Förderung der PTA-Ausbildung und -Fortbildung.
Alle Gesprächspartner hoben die große Bedeutung einer engen Zusammenarbeit zwischen Kammern, Gewerkschaften und weiteren Akteuren im Gesundheitswesen hervor. Nur durch gemeinsame Strategien lasse sich den aktuellen Herausforderungen – vom Fachkräftemangel bis zu strukturellen Veränderungen im Apothekenwesen – wirksam begegnen und die Zukunft der Apothekenberufe sichern. Fazit: „Verantwortungsvoll agierende Politik ist gut beraten, unsere Expertise frühzeitig einzubinden.“