Aktuelle Fördermaßnahmen

Hier finden Sie einen Überblick über aktuelle Fördermaßnahmen der Apothekerstiftung Westfalen-Lippe.

Antibiotic Stewardship in Pflegeheimen

Im stationären Bereich ist die Einrichtung eines ABS-Teams unter Beteiligung von Infektiologen, Mikrobiologen und Apothekern mittlerweile in vielen Kliniken etabliert. In zahlreichen Studien konnte gezeigt werden, dass ABS-Maßnahmen das klinische Outcome verbessern, Liegezeiten verkürzen und Kosten einsparen. Allerdings werden in Deutschland 85 % der Antibiotika in der Humanmedizin im ambulanten Sektor verordnet, zum Teil ohne medizinische Notwendigkeit. Älteren Patienten und auch Pflegeheimbewohnern kommt auf Grund der häufig betehenden Multimorbidität und erhöhten Infektanfälligkeit besondere Bedeutung zu. In Pflegeheimen wird die Situation dadurch erschwert, dass viele multimorbide Personen auf engem Raum zusammen leben und die Gefahr gegenseitiger Ansteckung sowie die Bedeutung ausreichender Hygienemaßnahmen besonders groß ist. Das geplante Projekt soll dazu beitragen, das Bewusstsein aller am Medikationsprozess Beteiligten für die Bedeutung eines rationalen Antibiotikaeinsatzes auch vor dem Hintergrund zunehmender Resistenzentwicklungen zu schärfen.

 

Erforschung und Weiterentwicklung pflanzlicher Wirkstoffe gegen protozoale Erreger vernachlässigter Tropenkrankheiten

Weltweit sind 1,9 Milliarden Menschen gefährdet, an vernachlässigten Tropenkrankheiten zu erkranken und dadurch stark beeinträchtigt zu werden oder zu versterben. Meist sind wenig privilegierte Bevölkerungsschichten davon betroffen, weshalb in den letzten Jahren wenig finanzielle Mittel für die Forschung und Entwicklung von Arzneimitteln aufgewendet wurden. Daher sieht unter anderem die WHO eine große Notwendigkeit in dem Ausbau der Forschung auf diesem Gebiet. Neben den offensichtlichen humanitären Gründen ist die Forschung in Hinblick auf die Ausbreitung der Vektoren auf Grund zunehmender Globalisierung und klimatischer Veränderungen hoch relevant und zukunftsorientiert.

 

 

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM) von Antipsychotika und Antidepressiva mit getrockneten Kapillarblutproben im ambulanten Bereich

Schon jetzt bieten Apotheken Messungen des Blutdrucks, Blutzuckers, Körperfetts oder im Rahmen von Aktionstagen auch der Venen oder der Haut als pharmazeutische Dienstleistung an. Für Arzneistoffe besteht aktuell noch keine derartige Möglichkeit. Da die Methodik mit getrocknetem Kapillarblut einfach und sicher anzuwenden ist, kann dies ein ergänzender Baustein für eine intensive Patientenbetreuung sein und die Zusammenarbeit bei der Medikation zwischen Arzt und Apotheker stärken.

 

Patientenrelevanz generischer Substitution am Beispiel von L-Dopa

Dieses Projekt soll Licht in die Situation der Rabattvertragsproblematik in der Offizin bringen. Die Ergebnisse dienen der Beurteilung der therapeutischen Auswirkungen von Fertigarzneimittel-Wechsel aufgrund von Rabattverträgen. Professor Dr. Klaus Langer "Dziemba, WWU" beleuchtet in diesem Projekt eines der häufigsten Probleme in der täglichen Praxis in den Offizinen.

 

Inhaltsstoffe pflanzlicher Arzneimittel als Leitstrukturen für neue Chemotherapeutica gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten

In diesem Projekt geht es um die Identifizierung neuer natürlicher Wirkstoffe gegen die humane Afrikanische Trypanosomiasis (HAT, „Schlafkrankheit“), die Chagas-Krankheit, die viszerale Leishmaniasis und die tropische Malaria, die in teils entlegenen Teilen der Welt jedes Jahr, insbesondere in wenig privilegierten Bevölkerungsschichten, viele tausend Todesfälle fordern. Das zuvor geförderte Projekt "Screening zugelassener Phytopharmaka auf Aktivität gegen Erreger vernachlässigter Tropenkrankheiten (Neglected Tropical Diseases) wird hiermit fortgesetzt.

 

Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit in einem Pflegeheim durch eine Medikationsanalyse mit und ohne Genotypisierung

Mit dieser Studie soll die Optimierung der Medikation und dadurch bedingt die Verbesserung des Gesamtzustandes von Pflegeheimbewohnern erzielt werden. Dabei wird im Rahmen der Medikationsanalyse besonderes Augenmerk auf Arzneimittelinteraktionen, Doppelverordnungen und potentiell inadäquate Arzneimittel gelegt. Die besondere Leistung dieses Projekts besteht in der Verknüpfung von einer Medikationsanalyse mit einer individuellen Genotypisierung der arzneimitteltherapierelevanten Gene, um das jeweilige Ansprechen auf einzelne Arzneistoffe vorhersagen und arzneimittelbedingte Risiken reduzieren zu können (v. li. Herbert Bruckelt, Dirk Bruckelt, Dr. Anke Lochmann, Peter Raphael Franken).

 

Entwicklung und Evaluierung eines Algorithmus und Handlungsfadens für das Medikationsmanagement bei Bewohnern von Altenwohnheimen - AMBER-Studie

Medikationsmanagement und Medikationsanalyse sind Instrumente der pharmazeutischen Betreuung, die sich international etabliert haben und auch in Deutschland zunehmend an Bedeutung gewinnen. Eine Patientengruppe, die besondere Beachtung finden sollte, sind Bewohner von Alten- und Pflegeheimen. Ziel dieses Projektes ist daher die Entwicklung und Evaluation eines Handlungsleitfadens, der Pharmazeuten durch die Medikationsanalyse für Heimbewohner führt und die besonderen Aspekte der Therapie dieser Patienten berücksichtigt.

 

Medikationsmanagement in AMTS-qualifizierten Apotheken unter Einbeziehung der AOK-PatientenQuittung

Die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) ist in den letzten Jahren zunehmend in den Fokus des öffentlichen Interesses gerückt. Vor allem ältere Patienten mit Polymedikation unterliegen einem hohen Risiko für unerwünschte Arzneimittelwirkungen. Seit September 2012 bietet die AKWL Apothekern an, sich zum "AMTS-Manager" weiterzubilden, um ihren Patienten ein qualitätsgesichertes Medikationsmanagement anbieten zu können. Dabei stehen die Erkennung und Lösung arzneimittelbezogener Probleme im Vordergrund.

 

Medikationsmanagement durch Apotheker in der Pharmakotherapieverordnung und -anwendung bei Patienten in Alten- und Pflegeheimen

Das Projekt möchte die Qualität in allen Prozessschritten der Arzneimitteltherapie bei geriatrischen Patienten sichern und dort, wo dies erforderlich ist, Prozessabläufe optimieren. Dazu sollen zunächst arzneimittelbezogene Probleme, die ein Risiko für die Therapiesicherheit des Patienten darstellen könnten, identifiziert und klassifiziert werden. Im Anschluss an diese Analyse werden gemeinsam mit den beteiligten Ärzten und Pflegedienstmitarbeitern geeignete pharmazeutische Lösungsstrategien entwickelt und in die Praxis implementiert.

 

PHARM-CHF-Studie

PHARM-CHF ist eine randomisierte, kontrollierte Studie. In dieser Studie wird der Effekt eines apothekenbasierten, interdisziplinären Programms bei Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz untersucht. PHARM-CHF ist das Akronym für den englischen Studientitel “Pharmacy-based interdisciplinary Program for Patients with Chronic Heart Failure: A Randomized Controlled Trial”.

 



Ansprechpartner

Apothekerstiftung Westfalen-Lippe
Sekretariat: Gerburg Mielsch
Bismarckallee 25
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