Am heutigen Montag, 16. Februar 2016, vollendet der Rheinenser Apotheker Peter Schöning sein 80. Lebensjahr. Mit großem Engagement und persönlichem Einsatz ist der gebürtige Schleswiger seit Jahrzehnten für den Berufsstand wie auch für die Stadtgesellschaft aktiv. Seine Adler-Apotheke hat Peter Schöning vor gut drei Jahren an seinen Sohn Frederik übergeben – der als Apotheker in seine Fußstapfen getreten ist.
In Krefeld baute Schöning sein Abitur, absolvierte die damals noch übliche Praktikantenzeit und lernte dort zwei Jahre lang – von 1965 bis 1967 – in der Elefanten-Apotheke die Abläufe von Grund auf kennen. In dieser „Lehrzeit“ lernte er auch seine heutige Frau Liselotte, kurz „Lilo“ genannt, kennen, die zeitgleich mit ihm die ersten Schritte in der Pharmazie wagte. Im Jahr 1967 nahm Schöning das Studium der Pharmazie an der Westfälischen Wilhelms-Universität zu Münster auf. Dieses schloss er 1971 mit dem Staatsexamen und der Approbation als Apotheker ab. Mitten im Studium – 1968 – heiratete der angehende Pharmazeut seine Lilo.
Auf Studium und die Bundeswehrzeit folgte Schönings erste Anstellung als angestellter Apotheker in der Engel-Apotheke in Senden. Eine Zeitungsanzeige, die mit „Apotheke nah der holländischen Grenze zu verpachten“ betitelt war, weckte dann das Interesse der Schönings – wollten sie doch ursprünglich in die Region um Krefeld zurück. Nur war die Adler-Apotheke nicht in der „Seidenstadt“, sondern in Rheine abzugeben. Dennoch überzeugte die Stadt das Apotheker-Ehepaar. So pachteten die Schönings die Apotheke in der Innenstadt 1974 und übernahmen die Offizin später in Gänze.
Neben seiner heilberuflichen Tätigkeit engagierte sich Peter Schöning stets ehrenamtlich: Von 1978 bis 1989 vertrat er die Interessen des Berufsstandes als Mitglied des Apothekerparlamentes der Apothekerkammer Westfalen-Lippe. Direkt im Anschluss wurde er im Kreis Steinfurt zum Kreisvertrauensapotheker gewählt, 1997 kam noch die Funktion als örtlicher Sprecher der Apothekerschaft hinzu. Beide Ämter bekleidete er bis Ende 2019. „Damit war Peter Schöning seit unglaublichen 41 Jahren ehrenamtlich und unermüdlich für die Apothekerschaft im Einsatz“, betont Kammerpräsidentin Gabriele von Elsenau Overwiening. Doch auch in Gesellschaft und Vereinslandschaft Rheines hinterlässt Schöning tiefe Fußstapfen: Den Innenstadtverein hat er mit aus der Taufe gehoben und kümmert sich im Vorstand bis heute um die Entwicklung der Stadt, spricht mit der Politik und bringt als agiler Netzwerker die richtigen Leute zusammen, damit diese möglichst die richtigen Entscheidungen im Sinne einer lebendigen Innenstadt treffen. Die Leidenschaft für die Pharmazie haben Peter und Lilo Schöning – dieses Jahr seit 58 Jahren verheiratet – übrigens auch an ihre beiden Söhne weitergegeben: Sohn Frank hat Pharmazie studiert und ist Geschäftsführer im Bayer-Konzern. Auch der zweite Sohn, Frederik, ist Apotheker. Er betreibt mittlerweile vier Apotheken in Rheine und ist als Kreisvertrauensapotheker und örtlicher Sprecher des Berufsstandes engagiert. In den weißen Apotheker-Kittel wirft Schöning sich nicht mehr und schlägt sich auch keine Notdienste mehr um die Ohren. Er beobachtet die Szene aber weiterhin haargenau, gilt als bestens informiert und gibt der nächsten Generation ab und an Ratschläge. „Das aber sehr dezent und zurückhaltend“, wie sein engstes Umfeld sich zitieren lässt. Anstelle der Apothekerei verbringt Schöning seine Zeit mit schönen Reisen, dem Innenstadtverein und mit seinen vier Enkelkindern.