Irgendwas ist immer: Über 700.000 Kinder sind in NRW in das Kita-Jahr 2026/2027 gestartet. Und kaum ist die Eingewöhnung geschafft, folgt nicht selten ein Infekt auf den nächsten. „Häufige Infekte sind im Kleinkindalter erst einmal nichts Ungewöhnliches“, sagt Apothekerin Gabriele von Elsenau Overwiening, Präsidentin der Apothekerkammer Westfalen-Lippe.
Erkältungskrankheiten, Magen-Darm, Ausschlag: Bis zu zwölf Infektionen können gerade im ersten Jahr auftreten, in denen ein Kind eine Gemeinschaftseinrichtung besucht. „Überall dort, wo sich viele Kinder auf engem Raum aufhalten, lauern auch die typischen Krankheitserreger“, sagt von Elsenau Overwiening.
Leichte Infekte, die oft auch von Fieber begleitet werden, sorgen dafür, dass das Immunsystem trainiert wird und lernt, die Krankheitserreger zu bekämpfen. „Bei Kleinkindern sollte dennoch bei Beschwerden und Fieber ein Arztbesuch anstehen, um abzuklären, dass es sich um einen unkomplizierten Infekt handelt“, betont die Apothekerin.
Die Hausapotheke der Familie kann für die häufigsten Erkrankungen vorbereitet werden: Bei
Atemwegserkrankungen können neben viel Ruhe auch Inhalationen helfen. In die Hausapotheke gehören ein Fieberthermometer, eine Salbe, die dabei unterstützt, die Bronchien vom Schleim zu befreien, sowie
gegebenenfalls Nasenspray und Mittel zum Senken des Fiebers. „Alle Mittel aber bitte nur nach Rücksprache und Beratung in der Apotheke anwenden“, betont von Elsenau Overwiening.
Ein weiterer „Dauerbrenner“: Magen-Darm-Infekte. Die Symptome reichen von leichten Bauchschmerzen über Krämpfe bis hin zu Durchfall und Erbrechen. Verantwortlich dafür sind Viren wie das Rotavirus oder
das Norovirus, aber auch bakterielle Erreger, zum Beispiel verschiedene Salmonellenarten oder Campylobacter. „Ein Magen-Darm-Infekt ist für die Körper von Kindern enorm belastend – und gründliches Auskurieren wichtig, damit nicht noch weitere Kinder in der Kita angesteckt werden“, so von Elsenau Overwiening. „Diese Infekte sind zwar häufig unkompliziert, können aber gefährlich werden. Eltern sollten sich deshalb schnell mit Kinderärztin oder Kinderarzt in Verbindung setzen, die Symptome schildern und das Vorgehen abstimmen.“ Ein Körnerkissen für Kinder ist bei Beschwerden die sichere Alternative zur klassischen Wärmflasche, die schnell zu gefährlichen Verbrühungen und Verbrennungen führen kann. Wenn das Kind Appetit hat, können die Eltern zunächst leichte, salzhaltige Kost anbieten und vor allem auf eine gute Flüssigkeitszufuhr achten.
Kann man gar nicht vorbeugen? „Weil das Immunsystem lernen muss, sind Infekte nicht gänzlich vermeidbar und wichtig fürs Virentraining des Körpers“, sagt von Elsenau Overwiening. „Mit regelmäßigem und gründlichem Händewaschen, wie es ja auch während der Corona-Pandemie in vielen Kitas intensiv eingeübt wurde, kann man aber zumindest versuchen, den Viren ein wenig Einhalt zu gebieten.“ Außerdem können sich Familienmitglieder gegen Grippe impfen lassen. Apothekerin von Elsenau Overwiening: „Mittlerweile bieten auch viele Apotheken vor Ort Grippeimpfungen für
Erwachsene an.“
Und dann gibt es noch kleine Plagegeister, gegen die Hygiene nichts ausrichten kann: Kopfläuse. Nicht selten tauchen sie ebenfalls in den Herbst- und Wintermonaten auf den Köpfen der kleinen Schnupfnasen auf. Wird ein Befall mit Läusen festgestellt, gilt es, Ruhe zu bewahren und schnell und sorgfältig zu handeln: „Um die winzigen Plagegeister vom Kopf herunterzubekommen, reicht eine gründliche Haarwäsche nicht aus. Es muss ein spezielles Shampoo angewendet werden, das chemisch oder physikalisch wirkt.“ Dabei müssen nicht zwingend Insektizide zum Einsatz kommen, erklärt von Elsenau
Overwiening: „Auch silikonölhaltige oder pflanzliche Präparate stehen als Behandlungsoptionen zur
Verfügung.“
Ganz gleich bei welchen Beschwerden: „Für eine persönliche Beratung zu den verschiedenen Präparaten,
die den kleinen Patientinnen und Patienten dabei helfen, schnell wieder gesund zu werden, stehen die Teams in den Apotheken vor Ort bereit.“