Münster, 22. September 2026. Wie beeinflusst Macht unser eigenes Denken, Fühlen und Handeln? Um diese Frage ging es vergangenen Samstag bei der 18. Vortragsveranstaltung der Apothekerstiftung Westfalen-Lippe. Rund 140 Gäste waren der Einladung in den historischen Erbdrostenhof nach Münster gefolgt.
Christiane Römhild, stellvertretende Stiftungs-Vorsitzende, blickte auf ausgewählte Förderprojekte, Veranstaltungen und besondere Meilensteine der vergangenen 20 Stiftungsjahre zurück. Das Grußwort zum 20. Geburtstag der Apothekerstiftung Westfalen-Lippe sprach Professor Dr. Klaus Langer, Direktor des Instituts für Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie an der Universität Münster. Er gratulierte der westfälisch-lippischen Apothekerschaft zu der Weitsicht und dem Mut, vor zwei Jahrzehnten eine Stiftung ins Leben gerufen zu haben, die heute wertvolle Impulse für Lehre, Nachwuchsförderung und wissenschaftliche Forschung setze. „Die Stiftung eröffnet jungen Menschen und Forschenden Freiräume, um neue Ideen zu entwickeln und auch einmal ‚out of the box‘ zu denken“, hob er hervor.

Professorin Dr. Lioba Werth zeigte im Anschluss in ihrem Stiftungsvortrag „Vom Umgang mit der Macht“, dass Macht weit mehr ist als ein Phänomen von Politik, Wirtschaft oder Gesellschaft. Sie begegne uns überall dort, wo Menschen aufeinandertreffen. Anhand zahlreicher Beispiele verdeutlichte sie, dass Macht nichts Abstraktes ist, sondern in nahezu jeder zwischenmenschlichen Beziehung eine Rolle spielt.
Besonders anschaulich erläuterte die renommierte Expertin für Organisations- und Wirtschaftspsychologie, welche Veränderungen Macht bei Menschen auslösen kann und welche Risiken damit verbunden sind. So könne Macht zu Selbstüberschätzung führen, die Empathiefähigkeit beeinträchtigen oder dazu beitragen, dass kritische Rückmeldungen ausbleiben, weil sich im Umfeld zunehmend „Ja-Sager“ versammeln. Gleichzeitig zeigte sie Wege auf, wie Verantwortungs- und Führungsträger solchen Machtfallen bewusst begegnen könnten. „Entscheidend sind unter anderem eine kontinuierliche Selbstreflexion, der bewusste Umgang mit Feedback sowie die Fähigkeit, Macht als Instrument zur Gestaltung und Motivation, statt zur Abgrenzung oder Dominanz einzusetzen“, so die Expertin.
Wer keine Karte mehr ergattern konnte, bekommt im kommenden Jahr eine weitere Chance: Der 19. Stiftungsvortrag findet am 9. Oktober 2027 statt, diesmal allerdings im Münsterischen Schloss.

(Foto: AKWL/Lammers)