„Die Präsidentin ist die Anstifterin, die dafür gesorgt hat, dass ich so eine Leidenschaft für die Apotheken vor Ort entwickelt habe.“ Mit diesen Worten begrüßte der Parlamentarische Staatssekretär Dr. Georg Kippels die AKWL-Präsidentin Gabriele von Elsenau Overwiening bei seinem Besuch in ihrer Apotheke in Borken. Kippels machte sich ein Bild von der Arbeit einer Apotheke vor Ort.
Beim Blick hinter die Kulissen der weitgehend digitalisierten Apotheke wurde deutlich: „Moderne Prozesse schaffen Freiräume für das, was zählt – die persönliche Beratung der Patientinnen und Patienten“, so die Kammerpräsidentin. Auch die Rezeptur stand im Fokus. Dort konnte Dr. Georg Kippels verfolgen, wie individuell dosierte Kapseln – insbesondere für Kinder – hergestellt werden. Ein Beispiel dafür, wie Apotheken Versorgungslücken schließen, wenn industrielle Lösungen fehlen.
„Apotheken müssen eine Versorgungsphilosophie haben und können wichtige Aufgaben im Bereich der Prävention übernehmen“, betonte der Parlamentarische Staatssekretär.
Gabriele von Elsenau Overwiening hob die Bedeutung der Apotheken für die Gesellschaft hervor: „Apotheken sind ein politisches Statement für die Versorgung vor Ort, nicht nur in den Ballungszentren. Sie sind ein wichtiger Bestandteil der sozialen Infrastruktur.“
Aktuelle berufspolitische Themen standen im Fokus des zweistündigen Austauschs – unter anderem die von der Präsidentin kritisierte Erhöhung des Kassenabschlags zum Jahreswechsel und das Verhalten des grenzübergreifenden Versandhandels. Sie machte zudem deutlich, dass neue pharmazeutische Dienstleistungen endlich rechtssicher umgesetzt werden müssten: „Wenn wir beispielsweise bestimmte verschreibungspflichtige Arzneimittel ohne Rezept abgeben sollen, brauchen wir endlich eine Positivliste, aus der klar hervorgeht, was geht und was nicht.“ Auch bei der Abgabe von Arzneimitteln ohne Verordnung an Patientinnen und Patienten, die diese regelmäßig einnehmen, bestehe weiterhin Regelungsbedarf: „Die Patientinnen und Patienten sind dankbar – aber die Erstattung ist bislang nicht geklärt.“ Dr. Kippels bedankte sich zum Abschluss für die Einblicke in den Apothekenalltag: „Ich bin ein echter Fan der Apotheke vor Ort. Ohne diese Apotheken wäre eine gute Versorgung der Patientinnen und Patienten nicht möglich.“