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Hast Du’n Stich? Mücken-, Wespen- und Zeckenstiche richtig behandeln

Person in blauem Kleid mit weißem Muster kratzt sich am Bein auf grünem Gras

Mücken, Wespen, Zecken: Im Sommer sind die kleinen Plagegeister der Natur besonders häufig unterwegs und stechen zu. Erwischen sie einen, sind lästiger Juckreiz und angeschwollene Einstichstellen die Folge. Wie lassen sich Stiche im besten Falle verhindern und was ist zu tun, wenn es einen doch erwischt hat? Gabriele von Elsenau Overwiening, Präsidentin der Apothekerkammer Westfalen-Lippe, gibt einen Überblick.

Ideal ist es, bereits mit der richtigen Kleidung vorzubeugen – das gilt insbesondere für Zecken. Wer in der Natur unterwegs ist und durch Wald und Wiese wandert, kann sich mit langer Kleidung in Kombination mit Socken und festen Schuhen vor Zecken- sowie Grasmilbenstichen schützen. Idealerweise steckt man die Hosenbeine in die Socken. Gabriele von Elsenau Overwiening weiß, dass das nicht immer möglich ist und verweist auf Abwehrmittel aus der Apotheke, welche direkt auf der Haut angewendet werden: „Bestimmte Sprays können zusätzlichen Schutz vor verschiedenen Insekten bieten. Geeignete Mittel können auch auf die Kleidung gesprüht werden. Ganz wichtig: Für Kinder gibt es eigene, passende Produkte.“

Nach dem Aufenthalt in der Natur gilt: Erst duschen und dann absuchen. Zecken krabbeln häufig zunächst über den Körper, bevor sie sich festbeißen. Duschen kann daher helfen, die Spinnentiere vor dem Stich abzuspülen. Immer sollte der Körper jedoch dennoch gründlich nach Zecken abgesucht werden. „Hat sich eine Zecke in der Haut festgebissen, kann man sie auch nicht abduschen – und dann muss sie schnellstmöglich entfernt werden. Dazu am besten eine Zeckenpinzette nutzen oder einen Zeckenhaken“, erklärt von Elsenau Overwiening. „Danach sollte die Einstichstelle sorgfältig desinfiziert und in den folgenden Tagen und Wochen beobachtet werden. Breitet sich eine Rötung aus, oder treten Symptome wie bei einer Grippe auf, kann dies auf eine Borreliose hindeuten. In diesem Fall ist eine ärztliche Abklärung unbedingt erforderlich, da die Erkrankung mit Antibiotika behandelt werden muss“, betont die Apothekerin.

Auch Wespenstiche treten in den Sommermonaten häufig auf und sind ziemlich schmerzhaft. Die wichtigste Sofortmaßnahme hier lautet: kühlen, kühlen, kühlen. „Das lindert zum einen die Schmerzen und kann außerdem verhindern, dass sich das Gift weiter ausbreitet“, weiß Gabriele von Elsenau Overwiening. „Anschließend kann die Stichstelle mit einem antiallergischen Gel oder einer geeigneten Creme behandelt werden. Auch elektronische Stichheiler können die Symptome durch eine gezielte starke Wärmeeinwirkung lindern.“ Welche Produkte geeignet sind, sei individuell verschieden, betont von Elsenau Overwiening: „Die Teams in den Apotheken vor Ort beraten dazu immer individuell, denn nicht jedes Präparat passt für alle.“ Auf das Kratzen der Einstichstelle sollte hingegen verzichtet werden: „Das schadet mehr, als dass es nutzt und führt schlimmstenfalls zu einer Infektion der Einstichstelle.“

Kommt es zu einer schweren allergischen Reaktion, etwa durch das Anschwellen der Atemwege oder Symptome wie Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen, muss sofort der Notarzt gerufen werden. „Das ist immer ein Notfall: Ein Stich für Menschen mit einer Insektengiftallergie kann lebensbedrohlich sein.“

Besondere Vorsicht ist auch bei Stichen in Lippen, Mund oder Rachen geboten, da hier auch bei Nicht-Allergikern lebensbedrohliche Schwellungen auftreten können. In solchen Fällen sollte ebenfalls sofort gekühlt werden, beispielsweise mit Eiswürfeln, und umgehend ärztliche Hilfe angefordert werden. Auch bei Stichen in Augennähe oder bei großflächigen Rötungen der Haut rund um die Einstichstelle ist eine ärztliche Abklärung unerlässlich.

Mücken gehören ebenfalls zu den typischen, wenngleich hierzulande auch weniger gefährlichen, Plagegeistern jeden Sommers. Vor allem nachts stechen sie zu. Was die Mücken anlockt ist vor allem Kohlendioxid – enthalten in der Atemluft der Menschen. Auch Schweiß und der Geruch des Körpers selbst wirken anziehend auf Mücken. „Neben anderen vorbeugenden Maßnahmen, wie etwa einem Mückennetz über dem Bett, können auch hier Repellents verwendet werden. Bei der Behandlung der Stiche selbst kommen dann – wie bei anderen Insektenstichen auch – Gels oder Cremes zum Einsatz, die kühlen und die Symptome wie Schwellungen und Juckreiz abmildern. Die Teams in den Apotheken haben die passenden Präparate griffbereit und beraten zur richtigen Anwendung“, so von Elsenau Overwiening.

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