Wie sieht der Alltag in einer modernen Apotheke aus und vor welchen Herausforderungen stehen Apotheken vor Ort? Darüber informierte sich die SPD-Bundestagsabgeordnete Nadine Heselhaus bei einem Besuch der Gesundpunkt Apotheke von Dr. Stephan Barrmeyer in Ahaus Wüllen.
Im Mittelpunkt des Austauschs standen die aktuellen Rahmenbedingungen für Apotheken. Besprochen wurden unter anderem die Herausforderungen durch faktisch weiterhin bestehende Wettbewerbsunterschiede zwischen den Apotheken vor Ort und dem Versandhandel sowie die oftmals schwierige Suche nach Nachfolgerinnen und Nachfolgern. „Wer eine Apotheke führt, trägt Verantwortung für die Gesundheit der Menschen und muss zugleich wirtschaftlich handeln. Dieser Spagat wird immer anspruchsvoller“, erläuterte Barrmeyer.
Auch die Abhängigkeit von Wirkstoffimporten aus Asien, die Sicherstellung einer krisenfesten Gesundheitsversorgung sowie Möglichkeiten zum Abbau bürokratischer Hürden waren Themen des Gesprächs.
Bei einem Rundgang durch die Apotheke gewährte Barrmeyer zudem Einblicke in Bereiche, die für Patientinnen und Patienten normalerweise nicht sichtbar sind. Dazu gehören das Labor mit der Infrarot-Spektroskopie zur Identitätsprüfung von Ausgangsstoffen, das Topitec-Mischsystem zur Herstellung individueller Rezepturen sowie der Kommissionier-Automat zur Lagerung und Bereitstellung von Arzneimitteln.
Einen Einblick gab es auch in die Arzneimittellogistik. Mehrmals täglich, teilweise sogar nachts, werden Medikamente angeliefert. Insbesondere bei temperaturempfindlichen Arzneimitteln ist dabei die lückenlose Einhaltung der Kühlkette von entscheidender Bedeutung. „Einem Arzneimittel sieht man häufig nicht an, ob es während des Transports zu warm oder zu kalt gelagert wurde. Für Qualität und Wirksamkeit kann das jedoch entscheidend sein und im schlimmsten Fall Risiken für die Patientinnen und Patienten mit sich bringen“, erklärte Barrmeyer.
Während des Besuchs wurde deutlich, dass Apotheken weit mehr leisten als Arzneimittel abzugeben und vielmehr maßgeblich für die wohnortnahe Versorgung der Bevölkerung sind. „Ich schätze es sehr, solche Einblicke zu erlangen und werde viele der heute angesprochenen Punkte mitnehmen und in zukünftige Diskussionen einbringen“, versprach Nadine Heselhaus zum Abschluss des Gesprächs.