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Hast Du’n Stich? Mücken-, Wespen- und Zeckenstiche richtig behandeln

Mücken, Wespen, Zecken: Im Sommer sind die kleinen Plagegeister der Natur besonders häufig unterwegs und stechen zu. Erwischen sie einen, sind lästiger Juckreiz und angeschwollene Einstichstellen die Folge. Wie lassen sich Stiche im besten Falle verhindern und was ist zu tun, wenn es einen doch erwischt hat? Gabriele von Elsenau Overwiening, Präsidentin der Apothekerkammer Westfalen-Lippe, gibt einen Überblick.

Ideal ist es, bereits mit der richtigen Kleidung vorzubeugen – das gilt insbesondere für Zecken. Wer in der Natur unterwegs ist und durch Wald und Wiese wandert, kann sich mit langer Kleidung in Kombination mit Socken und festen Schuhen vor Zecken- sowie Grasmilbenstichen schützen. Idealerweise steckt man die Hosenbeine in die Socken. Gabriele von Elsenau Overwiening weiß, dass das nicht immer möglich ist und verweist auf Abwehrmittel aus der Apotheke, welche direkt auf der Haut angewendet werden: „Bestimmte Sprays können zusätzlichen Schutz vor verschiedenen Insekten bieten. Geeignete Mittel können auch auf die Kleidung gesprüht werden. Ganz wichtig: Für Kinder gibt es eigene, passende Produkte.“

Nach dem Aufenthalt in der Natur gilt: Erst duschen und dann absuchen. Zecken krabbeln häufig zunächst über den Körper, bevor sie sich festbeißen. Duschen kann daher helfen, die Spinnentiere vor dem Stich abzuspülen. Immer sollte der Körper jedoch dennoch gründlich nach Zecken abgesucht werden. „Hat sich eine Zecke in der Haut festgebissen, kann man sie auch nicht abduschen – und dann muss sie schnellstmöglich entfernt werden. Dazu am besten eine Zeckenpinzette nutzen oder einen Zeckenhaken“, erklärt von Elsenau Overwiening. „Danach sollte die Einstichstelle sorgfältig desinfiziert und in den folgenden Tagen und Wochen beobachtet werden. Breitet sich eine Rötung aus, oder treten Symptome wie bei einer Grippe auf, kann dies auf eine Borreliose hindeuten. In diesem Fall ist eine ärztliche Abklärung unbedingt erforderlich, da die Erkrankung mit Antibiotika behandelt werden muss“, betont die Apothekerin.

Auch Wespenstiche treten in den Sommermonaten häufig auf und sind ziemlich schmerzhaft. Die wichtigste Sofortmaßnahme hier lautet: kühlen, kühlen, kühlen. „Das lindert zum einen die Schmerzen und kann außerdem verhindern, dass sich das Gift weiter ausbreitet“, weiß Gabriele von Elsenau Overwiening. „Anschließend kann die Stichstelle mit einem antiallergischen Gel oder einer geeigneten Creme behandelt werden. Auch elektronische Stichheiler können die Symptome durch eine gezielte starke Wärmeeinwirkung lindern.“ Welche Produkte geeignet sind, sei individuell verschieden, betont von Elsenau Overwiening: „Die Teams in den Apotheken vor Ort beraten dazu immer individuell, denn nicht jedes Präparat passt für alle.“ Auf das Kratzen der Einstichstelle sollte hingegen verzichtet werden: „Das schadet mehr, als dass es nutzt und führt schlimmstenfalls zu einer Infektion der Einstichstelle.“

Kommt es zu einer schweren allergischen Reaktion, etwa durch das Anschwellen der Atemwege oder Symptome wie Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen, muss sofort der Notarzt gerufen werden. „Das ist immer ein Notfall: Ein Stich für Menschen mit einer Insektengiftallergie kann lebensbedrohlich sein.“

Besondere Vorsicht ist auch bei Stichen in Lippen, Mund oder Rachen geboten, da hier auch bei Nicht-Allergikern lebensbedrohliche Schwellungen auftreten können. In solchen Fällen sollte ebenfalls sofort gekühlt werden, beispielsweise mit Eiswürfeln, und umgehend ärztliche Hilfe angefordert werden. Auch bei Stichen in Augennähe oder bei großflächigen Rötungen der Haut rund um die Einstichstelle ist eine ärztliche Abklärung unerlässlich.

Mücken gehören ebenfalls zu den typischen, wenngleich hierzulande auch weniger gefährlichen, Plagegeistern jeden Sommers. Vor allem nachts stechen sie zu. Was die Mücken anlockt ist vor allem Kohlendioxid – enthalten in der Atemluft der Menschen. Auch Schweiß und der Geruch des Körpers selbst wirken anziehend auf Mücken. „Neben anderen vorbeugenden Maßnahmen, wie etwa einem Mückennetz über dem Bett, können auch hier Repellents verwendet werden. Bei der Behandlung der Stiche selbst kommen dann – wie bei anderen Insektenstichen auch – Gels oder Cremes zum Einsatz, die kühlen und die Symptome wie Schwellungen und Juckreiz abmildern. Die Teams in den Apotheken haben die passenden Präparate griffbereit und beraten zur richtigen Anwendung“, so von Elsenau Overwiening.

Fortbildungstage für PTA und PKA

Am 14.10.2026 ist es wieder so weit. Interessierte PTA haben an diesem Tag die Möglichkeit, sich ganztägig mit Kolleg*innen fortzubilden, auszutauschen und zu vernetzten. Exklusiv für PKA startet dieses bewährte Format am 13.01.2027. Zu beiden Terminen erwarten Sie jeweils abwechslungsreiche Vorträge und ein kulinarisches Rahmenprogramm. Melden Sie sich jetzt zu dieser Präsenzveranstaltung in Münster an!

Wir laden Sie herzlich ein, wichtige Themen der Berufspraxis mit Ihren Berufskolleg*innen zu diskutieren und Erfahrungen auszutauschen. Nutzen Sie dieses bewährte Format des Fortbildungstages, um sich umfassend fortzubilden.

Der PTA-Fortbildungstag am 14.10.2026 bietet von 10 Uhr bis 16:30 Uhr ein abwechslungsreiches Vortragsprogramm zu den Themen „Aktuelle Aspekte zu Nahrungsergänzungsmittel“, „Dermatologische Hautpflege bei verschiedenen Hauterkrankungen“ sowie „Hype um die Abnehmspritze – Von Adipositas bis Diabetes mellitus Typ 2“. Die Anmeldungen erfolgen über unseren Veranstaltungskalender.

Für alle PKA sind am 13.01.2027 folgende interessante Vortragsthemen von 10 Uhr bis 16:30 Uhr geplant: „Room of Horrors Apotheke: Fehlermanagement aus PKA-Sicht“, „Tipps und Tricks aus dem Backoffice“ und „Diskriminierung am Arbeitsplatz“. Die Anmeldungen erfolgen über unseren Veranstaltungskalender.

Wir freuen uns auf Sie!

Öffentlichkeitsbeteiligung

Beabsichtigte Neufassung der „Satzung zum Erwerb des Fortbildungszertifikats für Apothekerinnen und Apotheker und für die Akkreditierung von Fortbildungsmaßnahmen der Apothekerkammer Westfalen-Lippe“ und der „Satzung zum Erwerb des Fortbildungszertifikats für Angehörige nichtapprobierter pharmazeutischer Berufe und für die Akkreditierung von Fortbildungsmaßnahmen der Apothekerkammer Westfalen-Lippe“

Aktuell ist eine Neufassung der beiden o. g. Satzungen beabsichtigt und in Vorbereitung. Einzelheiten ergeben sich aus den unten zum Download bereitgestellten Neufassungen der Satzungen und deren jeweilige Begründung. Für die dabei vorzunehmende Verhältnismäßigkeitsprüfung wird hiermit eine Öffentlichkeitsbeteiligung durchgeführt.

Es wird Gelegenheit gegeben, Anmerkungen zu den beabsichtigten Neufassungen der beiden o. g. Satzungen abzugeben. Diese sind bis zum 31. August 2026 an recht@akwl.de zu richten.

Apotheker Walter Rose vollendet sein 90. Lebensjahr

Mehr als drei Jahrzehnte selbstständiger Apotheker, viele Jahre ehrenamtliches Engagement für den Berufsstand und bis heute ein wacher Beobachter des Gesundheitswesens: Apotheker Walter Rose aus Steinfurt vollendet am Montag, 3. August, sein 90. Lebensjahr. Die Apothekerkammer Westfalen-Lippe gratuliert dem Jubilar herzlich.

Geboren wurde Walter Rose 1936 in Kassel. Nach zweijähriger Lehrzeit in der Apotheke auf der Geist in Münster nahm er in Kiel das Pharmaziestudium auf und legte dort 1962 das Staatsexamen mit der Note „gut“ ab. Während seiner Kieler Studienzeit entdeckte er zudem seine Begeisterung für das Regattasegeln, die ihn über viele Jahre begleitete.

Nach Stationen als angestellter Apotheker in der Storchen-Apotheke in Hemer und der Linden-Apotheke in Nordhorn übernahm Walter Rose am 1. August 1967 die traditionsreiche Elefanten-Apotheke in Steinfurt zunächst als Pächter, später als Inhaber in dritter Generation. Er entwickelte die 1575 gegründete Apotheke über Jahrzehnte hinweg kontinuierlich weiter. Neben Umbauten und Erweiterungen entstand unter seiner Verantwortung auch ein Ärztehaus mit vier Praxen. Auch technisch gehörte er zu den frühen Modernisierern: Computer und POS-Warenwirtschaft hielten in der Elefanten-Apotheke bereits Einzug, als dies in vielen Apotheken noch undenkbar schien.

Bis 1995 leitete Walter Rose die Elefanten-Apotheke, die er anschließend an seinen Sohn Dr. Olaf Rose übergab. Dem Apothekerberuf blieb er dennoch treu und übernahm 1996 zusätzlich die benachbarte Stadt-Apotheke in Steinfurt, die er bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1999 führte.

Über seine Tätigkeit als Offizin-Apotheker hinaus engagierte sich Walter Rose viele Jahre ehrenamtlich für den Berufsstand. Fast drei Jahrzehnte war er Delegierter der Kammerversammlung der Apothekerkammer Westfalen-Lippe, war stellvertretender Vorsitzender des aufsichtsführenden Ausschusses des Versorgungswerkes der AKWL, Kreisvertrauensapotheker sowie Verbandssprecher des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe für den Kreis Steinfurt. Darüber hinaus war er Mitbegründer der Hilfsmittel- und Sanitätsfirma Apoquick.

Kolleginnen und Kollegen schätzten ihn stets für seine gradlinige, ehrliche und unaufgeregte Art. Auch scheute er sich nicht davor, unbequeme Themen anzusprechen, blieb dabei aber stets sachlich, fair und dem Berufsstand verpflichtet.

Nach seinem Eintritt in den Ruhestand widmete sich Walter Rose intensiv der Geschichte der Elefanten-Apotheke. Mit großer Ausdauer und wissenschaftlicher Akribie erforschte er die mehr als 450-jährige Historie des Hauses und veröffentlichte seine Erkenntnisse in einem Buch. Darüber hinaus unterstützte er die Gründung des ersten Alchemie-Museums in Bad Bentheim und engagierte sich für die Restaurierung des historischen Apothekenspeichers der Elefanten-Apotheke.

Heute widmet sich der Jubilar einer weiteren großen Leidenschaft: der Malerei. Seine ausdrucksstarken, farbintensiven Werke waren bereits mehrfach in Ausstellungen zu sehen. Daneben verfolgt Walter Rose weiterhin aufmerksam die Entwicklungen im Apothekenwesen. Seine Neugier, sein beobachtender Blick und sein Interesse an Pharmazie, Politik und Zeitgeschehen sind bis heute unverändert.

„Mister QMS“ geht in den Ruhestand

Nach 20 Jahren engagierter Tätigkeit hat das Team der AKWL Wolfgang Erdmann in den Ruhestand verabschiedet. In den zwei Jahrzehnten hat der Apotheker die Bereiche Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung entscheidend geprägt und sich weit über die Grenzen des Kammerbezirks hinaus einen hervorragenden Ruf erarbeitet.

Im Jahr 2006 wechselte Wolfgang Erdmann von der Krankenhausapotheke der Evangelischen Kliniken in Gelsenkirchen zur Apothekerkammer Westfalen-Lippe und baute die Abteilung für Qualitätssicherung und Qualitätsmanagementsystem auf. „Mit beeindruckender Geschwindigkeit, großer Präzision und außergewöhnlicher fachlicher Tiefe entwickelte Wolfgang Erdmann eine Expertise, die ihresgleichen sucht“, sagt AKWL-Hauptgeschäftsführer Michael Schmitz, „im Kammerbezirk Westfalen-Lippe und weit darüber hinaus ist er daher auch als „Mister QMS“ bekannt.“

Qualitätsmanagement made by AKWL

Ein Meilenstein der „Ära Erdmann“: Die Einführung des elektronischen Qualitätsmanagement-Handbuchs für Apotheken im Jahr 2006. Das Konzept überzeugte auch andere Apothekerkammern: Acht von ihnen übernahmen das System. Über die Jahre hat Erdmann gemeinsam mit der Kammer-IT das QM-Handbuch kontinuierlich weiterentwickelt – und den Apotheken damit, gemeinsam mit seinem Team, eine verlässliche und praxisnahe Grundlage für das Qualitätsmanagement zur Verfügung gestellt. Über viele Jahre gestaltete er außerdem Seminare und Vorträge zu den Themen Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung im Rahmen der Fort- und Weiterbildung sowie in den Praxisbegleitenden Unterrichtsveranstaltungen für Pharmazeuten im Praktikum. „Dabei entwickelte er einen Vortragsstil, den viele Kolleginnen und Kollegen als „gelungenes Infotainment“ beschreiben“, erinnert sich Schmitz.

Hinzu kommen weitere Tätigkeiten, wie die Leitung der Zertifizierungsstelle und auch der Zertifizierungskommission der Kammer, die Personalplanung für zwei Impfzentren in der Corona-Pandemie und das Mitwirken bei der Digitalisierung der Kammerarbeit. Und sein Engagement endete nicht an den Grenzen Westfalen-Lippes: Über 20 Jahre engagierte er sich in den ABDA-Arbeitskreisen Qualitätsmanagement, Testkäufe und Leitlinien und brachte dort seine umfangreiche Erfahrung in die bundesweite Weiterentwicklung pharmazeutischer Qualitätsstandards ein.

Neben seinen fachlichen Leistungen war Wolfgang Erdmann vor allem als exzellenter Wissensvermittler bekannt und im Einsatz: Mit Fachwissen und seiner Fähigkeit, Geschichte lebendig werden zu lassen, hat Erdmann verschiedene Besuchergruppen durch die Ausstellung zum Apothekerberuf und die historische Apotheke im Apothekerhaus geführt – und diese Führungen zu einem besonderen Erlebnis für alle Teilnehmenden gemacht.

Zwei Jahrzehnte im Dienst der pharmazeutischen Wissenschaft und des Gemeinwohls

Die Apothekerstiftung Westfalen-Lippe blickt in diesem Jahr auf zwei Jahrzehnte ihres Wirkens zurück. Seit ihrer Gründung im Jahr 2006 hat die Stiftung zahlreiche Projekte zur Förderung der Arzneimittelversorgung, der pharmazeutischen Wissenschaft und des pharmazeutischen Nachwuchses in der Region, aber auch über die westfälisch-lippischen Grenzen hinaus unterstützt.

Von der Gründung bis heute

Die Apothekerstiftung Westfalen-Lippe ist von der westfälisch-lippischen Apothekerschaft ins Leben gerufen worden. Am 14. Juli 2006 erlangte sie durch das Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen die rechtliche Anerkennung als selbständige Stiftung bürgerlichen Rechts. Seither verfolgt sie unverändert ihren Gründungs- und Stiftungszweck: die Förderung von Bildung, Wissenschaft und Forschung mit dem Ziel der Optimierung und Gewährleistung der Qualität der Arzneimittelversorgung – für eine bestmögliche Versorgung der Patientinnen und Patienten.

Mit einem Stiftungskapital von anfänglich rund einer Million Euro hat die Stiftung bis heute insgesamt mehr als 1,5 Millionen Euro in Projektförderungen und Stipendien investiert. „Wir haben 2006 eine Stiftung gegründet, weil wir überzeugt waren: Exzellente Pharmazie braucht eine starke Förderkultur – und die müssen wir selbst schaffen“, erinnert sich Gabriele von Elsenau Overwiening, AKWL-Präsidentin und Vorstandsvorsitzende der Apothekerstiftung Westfalen-Lippe.

Zwei ältere Männer in Anzügen schütteln sich die Hand, einer hält ein Dokument in der Hand, im Hintergrund eine Pflanze und ein Holzpaneel
Regierungsvizepräsident Alfred Wirtz (l.) überreichte am 24. August 2006 die Anerkennungsurkunde an den damaligen Kammerpräsidenten Hans-Günter Friese. (Foto: AKWL)

Förderschwerpunkte und Leistungen

Im Sinne des Stiftungszwecks fördert die Apothekerstiftung Westfalen-Lippe Projekte an den Schnittstellen von Wissenschaft, Versorgung und Ausbildung. Dabei hat die Stiftung seit ihrer Gründung den Anspruch, bereits frühzeitig vielversprechende, neue Ansätze zu unterstützen – viele davon sind heute in der Versorgung angekommen. So förderte die Stiftung beispielsweise schon 2008 – ein Jahr nach dem ersten Aktionsplan des Bundesgesundheitsministeriums zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit – das Dissertationsprojekt „Optimierung der Versorgung geriatrischer Bewohner von Alten- und Pflegeheimen durch Pharmazeutische Betreuung“. Die Forschung im Bereich der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) gehört seitdem zu den zentralen Handlungsfeldern der Stiftung. „Die Stärkung der sicheren Arzneimitteltherapie ist ein Kernaspekt des Stiftungszwecks – gerade für vulnerable Patientengruppen“, betont von Elsenau Overwiening.

Anerkennung für Exzellenz in Pharmazie und Gesellschaft

Neben der Projektförderung ist die Vergabe verschiedener Stiftungspreise Teil der Stiftungsarbeit. Das Spektrum reicht von der Auszeichnung exzellenter Studienleistungen und herausragender Projektarbeiten im Rahmen der apothekerlichen Weiterbildung bis hin zu Stipendien für Studien- oder Forschungsaufenthalte im Ausland. Darüber hinaus zeichnet die Stiftung mit dem Stiftungspreis für herausragende Projekte und Initiativen Apothekenteams aus, die sich mit besonders innovativen und gesellschaftlich wirksamen Aktivitäten in ihrer Region hervortun und Best-Practice-Impulse setzen. Seit 2012 verleiht die Apothekerstiftung Westfalen-Lippe außerdem alle zwei Jahre den Journalistenpreis für herausragende Beiträge aller Mediengattungen, die sich kritisch und differenziert mit der Arzneimittelversorgung und der Apotheke und ihrer Rolle in der Gesellschaft auseinandersetzen.

Die nächsten 20 Jahre

Mit Blick auf die Zukunft plant die Apothekerstiftung Westfalen-Lippe, ihre Förderaktivitäten gezielt auszubauen. Im Fokus stehen unter anderem die Forschung zum Einsatz von Augmented Reality und Künstlicher Intelligenz in Lehre und Patientenversorgung. „Die Pharmazie verändert sich – und wir gestalten diese Veränderung mit. Die nächsten 20 Jahre werden zeigen, was möglich ist, wenn Wissenschaft, Praxis und gesellschaftliches Engagement Hand in Hand gehen“, so die Stiftungsvorsitzende. „Die Stiftung will auch weiterhin eine zukunftsgerichtete Rolle bei der Optimierung der Arzneimittelversorgung einnehmen.“

Über die Apothekerstiftung Westfalen-Lippe

Die Apothekerstiftung Westfalen-Lippe ist eine selbständige Stiftung bürgerlichen Rechts, errichtet von der Apothekerkammer Westfalen-Lippe mit Sitz in Münster. Weitere Informationen finden Sie unter www.apothekerstiftung.de

Gesundheitspolitische Diskussion mit Bundesgesundheitsministerin Nina Warken

Im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung auf Einladung des CDU-Bezirksverbandes Münsterland bei der St. Franziskus-Stiftung Münster stellte die Ministerin die verschiedenen Gesetzesvorhaben im Bereich Gesundheit vor und diskutierten mit den Gästen zu verschiedenen Punkten.

Frank Dieckerhoff, Vizepräsident der Apothekerkammer Westfalen-Lippe vertrat die Apothekerschaft und machte deutlich, dass die Pharmazeutinnen und ihre Teams konstruktive Partnerinnen und Partner sind, um die Versorgungsstruktur im Sinne der Patientinnen und Patienten weiterzuentwickeln. Mit der Apothekenreform gebe es nun konkrete Chancen und Perspektiven dafür, wie die Apotheken vor Ort auch in die Bereiche Prävention und Primärversorgung eingebunden werden könnten: „Wir sind oft erste Anlaufstelle für Patient*innen in Gesundheitsfragen und als solche bereit, neue Aufgaben und mehr Verantwortung zu übernehmen“, bekräftigte Dieckerhoff. Warken betonte ihrerseits die wichtige Rolle der Apotheken: „Primärversorgung heißt mehrere Schultern und dabei setze ich auch auf die Apotheken vor Ort und denke, dass sie einen guten Beitrag dazu leisten.“

„On the Road“ unverzichtbar: die richtige Reiseapotheke

Mit Beginn der Festivalsaison und den nahenden Sommerferien bei uns in NRW rückt für viele ein wichtiges Thema in den Fokus: die passende Reiseapotheke. Ob beim Wochenendtrip mit Freundinnen und Freunden zum Konzert oder im Familienurlaub: Wer in Sachen Reiseapotheke gut vorbereitet ist, kann im Urlaub kleinere Beschwerden selbst behandeln. Die Apotheke vor Ort ist die richtige Anlaufstelle, wenn es darum geht, die Reiseapotheke passend zusammenzustellen.

Die eine Standard-Lösung für die optimale Reiseapotheke gibt es dabei allerdings nicht. Vielmehr hängt ihre Zusammenstellung von verschiedenen Faktoren ab. „Was in die Reiseapotheke gepackt wird, muss nicht nur auf das Reiseziel, sondern vor allem auch auf den individuellen Bedarf der mitreisenden Personen abgestimmt sein“, betont Apothekerin Gabriele von Elsenau Overwiening, Präsidentin der Apothekerkammer Westfalen-Lippe.

Neben individuellen Bedürfnissen spielen auch klimatische Bedingungen und die Feriengestaltung am Urlaubsort eine Rolle. „Wer in den Bergen wandert, braucht eine andere Reiseapotheke als eine Familie, die einen Badeurlaub plant.“ Es gibt jedoch einige Dinge, die in jeder Reiseapotheke Sinn machen. „Zur Basisausstattung gehören in jedem Fall Dauermedikamente, die auch zu Hause eingenommen werden müssen, in ausreichender Menge, und – vor allem bei Fernreisen – idealerweise der Medikationsplan. Außerdem sind Materialien zur Wundversorgung und -desinfektion, passende Fieber- und Schmerzmittel und etwas gegen Durchfall ratsam. Und natürlich darf der passende Sonnenschutz nicht fehlen“, so Gabriele von Elsenau Overwiening. „Ergänzend macht in vielen Regionen auch eine Zeckenzange Sinn. Zeckenkarten sind zwar praktisch und klein, funktionieren aber bei kleinsten Zecken nur schlecht bis gar nicht,“ weiß die Apothekerin.

Vor allem bei Reisen mit Kindern ist besondere Sorgfalt erforderlich. Sie brauchen immer eigene Arzneimittel. „Kinder sind keine kleinen Erwachsenen – unter keinen Umständen dürfen sie die Arzneimittel der erwachsenen Mitreisenden oder der älteren Geschwister ‚mitbenutzen‘ und einnehmen, denn das kann lebensgefährlich werden“, warnt von Elsenau Overwiening eindringlich. Welche Präparate für die mitreisenden Personen geeignet sind – dazu beraten die Teams in den Apotheken vor Ort und stellen die passende Reiseapotheke zusammen.

Zusätzlich sollte auch unterwegs auf die richtige Lagerung der Medikamente geachtet werden. Hohe Temperaturen können deren Wirksamkeit beeinträchtigen. „Arzneimittel mögen keine Hitze, und sollten am besten trocken und bei einer Temperatur gelagert werden, die nicht über 25 Grad liegt. Und wenn Arzneimittel ausdrücklich gekühlt werden müssen, muss das natürlich auch unterwegs berücksichtigt werden“, erklärt die Apothekerin.

Vorsicht ist beim Kauf von Medikamenten im Ausland geboten. „Auch im Notfall fehlende Medikamente bitte ausschließlich in offiziellen Apotheken kaufen. Keine Tabletten von Fremden annehmen bzw. auf der Straße bei fliegenden Händlern erwerben! Die Gefahr, dabei an eine Fälschung zu geraten, ist groß“, so von Elsenau Overwiening. Um gut vorbereitet zu sein, empfiehlt sich eine frühzeitige Planung der Reiseapotheke. Unterstützung bieten die Apotheken vor Ort: „Das Apothekenteam hilft bei der Zusammenstellung: Die Mitarbeitenden beraten individuell und wissen, welche Medikamente und Produkte jeweils ratsam und geeignet sind. Außerdem können sie auch Tipps dazu geben, welche Impfungen vielleicht noch angezeigt sind“, so von Elsenau Overwiening.

Apotheker, Bergsteiger und Möglichmacher

41 Jahre Selbstständigkeit und bislang 38 Jahre ehrenamtliches Engagement für den Berufsstand: Der bei Patienten und Kollegen hoch geschätzte Bottroper Apotheker Ulrich Werner vollendet am Mittwoch, 24. Juni, sein 80. Lebensjahr. „Ulrich Werner ist ein Apotheker und Heilberufler im bestmöglichen Sinne“, betont Birgit Lauer, Sprecherin der Bottroper Apothekerschaft über ihren Stellvertreter im Amt. „Gradlinig, klar in der Haltung, stets über den Tellerrand blickend und immer kollegial.“

Seine Approbation als Apotheker erhielt der Jubilar 1972. Zunächst war er als Apotheker bei der Marine aktiv, lernte dort, Dinge auch unter schwierigen Bedingungen umzusetzen. „Wir haben früher bei der Marine die Schiffe auch ohne Wasser gefahren“, erinnert sich der Bottroper Kollege Jörg Nolten an einen Satz, der häufig gefallen ist, wenn es darum ging, Maßnahmen umzusetzen. „In seiner aktiven Zeit war er immer greifbar – ein echter Möglichmacher. Bis zur Schließung seiner Bonifatius-Apotheke, die er von 1983 bis 2024 betrieb, hat er jeden Notdienst selbst übernommen.“ Pläne umzusetzen – das hat er nicht nur im apothekerlichen Bereich getan: „Ganz gleich ob in den Anden oder im hochalpinen Bereich: Ulrich Werner hat viele 8.000er bestiegen. Und tut das noch heute“, berichten Lauer und Nolten, beide um Jahrzehnte jünger und ihn doch um seine Kondition beneidend, unisono. Erst kürzlich habe er seine Ausbildung als Bergführer absolviert, damit er später, „wenn er älter ist“, weiterhin in den Bergen aktiv sein kann.

Neben der eigenen Apotheke und dem Bergsteigen hat Ulrich Werner sich auch ehrenamtlich für den Berufsstand engagiert: Ende der 70er Jahre war er für ein Jahr Sprecher der Bottroper Apothekerschaft, seit 1989 ist er ohne Unterbrechung stellvertretender Kreisvertrauensapotheker. „Damit engagiert sich Ulrich Werner seit unglaublichen 38 Jahren ehrenamtlich für die Kollegen vor Ort“, lobt Frank Dieckerhoff, Vizepräsident der Apothekerkammer Westfalen-Lippe das Engagement Werners. „Eigentlich wollte der Kollege bei den jüngsten Wahlen vor zwei Jahren nicht mehr antreten, bekam als Abschiedsgeschenk bereits ein goldenes Einhorn. Da sich jedoch kein Nachfolger fand, entschied er sich, doch noch einmal anzutreten.“

Einlösung Gutschein Stiftungspreis

Der pharmacon Kongress in Meran gilt als eine der bedeutendsten Fortbildungsveranstaltungen für Apothekerinnen und Apotheker im deutschsprachigen Raum und bietet seit vielen Jahren eine Plattform für Wissenstransfer, Vernetzung und fachlichen Dialog.

Mit Begeisterung dabei war auch eine Teilnehmerin, die sowohl ihre Teilnehmerkarte als auch die Reisekosten durch herausragende Leistungen im Studium gewonnen hatte. Wer an der Universität Münster sämtliche Prüfungsfächer des zweiten Staatsexamens mit der Bestnote „Sehr gut“ abschließt, erhält den Stiftungspreis der Apothekerstiftung Westfalen-Lippe. Mit dieser Auszeichnung ist ein Gutschein für die Teilnahme an einem pharmacon nach Wahl verbunden.

In diesem Jahr nutzte Lina Katharina Messerich, Preisträgerin des Jahres 2021, diese besondere Gelegenheit und reiste nach Meran. Sandra Potthast, Vorständin der Apothekerkammer, Ute Behle und Dr. Sylvia Prinz, Bereichsleiterinnen Pharmazie der Kammer ließen es sich nicht nehmen, die Preisträgerin vor Ort zu begrüßen.

(Foto Alois Müller: v. li. Dr. Sylvia Prinz, Lina Katharina Messerich, Ute Behle, Sandra Potthast)

Extreme Hitze: So schützen Sie sich bei hohen Temperaturen

Die erste große Hitzewelle des Sommers steht bevor. Besonders für ältere Menschen und kleine Kinder können die hohen Temperaturen gefährlich werden. Doch auch für alle anderen gilt: Die Belastung durch Hitze sollte nicht unterschätzt werden. „Hohe Temperaturen bedeuten grundsätzlich zusätzlichen Stress und Belastung für den Körper“, erklärt die Apothekerin Gabriele von Elsenau Overwiening, Präsidentin der Apothekerkammer Westfalen-Lippe. „Daher sollten sich Menschen jeden Alters daran orientieren: Je wärmer es wird, desto mehr sollte körperliche Anstrengung reduziert werden.“

Hitzschlag vermeiden

Gerade während der Mittagszeit ist es ratsam, möglichst in Innenräumen zu bleiben. So lässt sich der Körper vor intensiver Sonneneinstrahlung und übermäßiger Hitze schützen, die sonst zu einem Sonnenstich oder Hitzschlag führen können. „Ein Hitzschlag ist keinesfalls harmlos und kann im schlimmsten Fall lebensbedrohlich sein. Tritt er auf, ist eine sofortige ärztliche Behandlung erforderlich“, betont von Elsenau Overwiening.

Auf Warnzeichen achten

Die Anzeichen eines Hitzschlags können unterschiedlich ausfallen. Dazu gehören unter anderem starke Erschöpfung, Kopf- und Muskelschmerzen, Kurzatmigkeit oder Verwirrtheit – auch wenn sie einzeln auftreten. „Ebenso zählen Schwindel, Übelkeit, auffällige Blässe oder Hautrötungen zu möglichen Symptomen. Fieber, Appetitmangel oder Verstopfung können auch auftreten“, erläutert die Apothekerin. Wichtig ist dabei: Die Beschwerden können auch erst verzögert nach der Hitzeeinwirkung auftreten.
Bei einem Verdacht auf Hitzschlag sollten Betroffene als Erste-Hilfe-Maßnahme schnellstmöglich aus der Hitze gebracht werden. Außerdem ist es sinnvoll, ihnen Wasser anzubieten und sie vorsichtig zu kühlen, etwa mit feuchten Tüchern an Kopf, Nacken sowie Händen und Füßen. „Die Kühlung sollte jedoch nicht zu stark sein, da dies den Kreislauf zusätzlich belasten kann“, so von Elsenau Overwiening.

Ausreichend trinken

Damit der Körper mit der Hitze umgehen kann, ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr entscheidend. Besonders bei Kleinkindern und älteren Menschen sollten Angehörige darauf achten, dass regelmäßig getrunken wird. Kinder sollten mehrmals pro Stunde kleine Mengen Wasser bekommen, und Säuglinge benötigen unter Umständen häufiger Stillmahlzeiten. „Erinnern Sie auch ältere Angehörige immer wieder ans Trinken – entweder direkt bei Besuchen oder über telefonische Kontakte mehrmals täglich“, empfiehlt von Elsenau Overwiening. Als Getränke bei starker Wärme eignen sich Wasser oder ungesüßte, kühle Tees. „Alkohol sollte hingegen vermieden werden, da er den Körper zusätzlich belastet.“

Wohnung möglichst kühl halten

Um die Hitze besser zu überstehen, ist es wichtig, die Wohnräume so kühl wie möglich zu halten – was vor allem bei warmen Nächten eine Herausforderung sein kann. „Ideal ist es, vor allem in den frühen Morgenstunden und spät am Abend gründlich zu lüften“, rät von Elsenau Overwiening. An besonders heißen Tagen können auch feuchte Tücher im Raum für eine leichte Abkühlung sorgen.

Auch Medikamente reagieren empfindlich auf Hitze

Nicht zuletzt spielt die richtige Lagerung von Arzneimitteln bei hohen Temperaturen eine große Rolle. „Viele Medikamente können bei bis zu etwa 25 Grad gelagert werden. Wird es wärmer, kann es nötig sein, sie zu kühlen, damit ihre Wirkung erhalten bleibt“, erklärt Gabriele von Elsenau Overwiening. Je nach Präparat bieten sich unterschiedliche Möglichkeiten an, etwa isolierte Taschen, kühle Kellerräume oder – bei geeigneten Medikamenten – das Gemüsefach im Kühlschrank. „Es empfiehlt sich, in der Apotheke vor Ort nachzufragen, wie die eigenen Medikamente während der Hitzeperiode am besten aufbewahrt werden“, empfiehlt die Apothekerin.

Stiftungspreis für exzellente Projektarbeit verliehen

Apothekerin Selina Kunzemann wurde im Rahmen der apothekerlichen Weiterbildung im Bereich Allgemeinpharmazie mit dem Stiftungspreis für eine exzellente Projektarbeit mit dem Titel „Gründung eines Fortbildungsnetzwerkes“ ausgezeichnet. Kammerpräsidentin und Vorständinnen würdigten die Preisträgerin im Rahmen der Kuratoriumssitzung für ihre besonders gelungene und fachlich überzeugende Projektarbeit um Wissen zu vernetzen und abrufbar zu machen. Der Stiftungspreis ist mit 500 Euro dotiert und würdigt innovative sowie praxisrelevante Beiträge zur Weiterentwicklung der pharmazeutischen Versorgung.

Foto AKWL: v. li. Dörthe Koryciak, Gabriele von Elsenau Overwiening, Selina Kunzemann, Christiane Römhild

Primärversorgung: Apotheken sind bereit, mehr Verantwortung zu übernehmen

Die Versorgung der Patientinnen und Patienten in Deutschland könnte schneller und effizienter werden, wenn Apothekerinnen und Apotheker mehr Kompetenzen in der Primärversorgung übernehmen würden. Die Apothekenteams sind bereit, diese Verantwortung zu übernehmen und die Primärversorgung gemeinsam mit anderen Gesundheitsberufen aktiv mitzugestalten. Zum bundesweiten Tag der Apotheke am 7. Juni macht die Apothekerkammer Westfalen-Lippe deshalb auf das vielfältige Leistungsspektrum der Apotheken in Westfalen-Lippe aufmerksam – und unterstützt zugleich das neue Positionspapier „Die zukünftige Rolle der Apotheke in der Primärversorgung“ der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Primärversorgung ist für die Menschen wichtiger als je zuvor, denn es geht um die erste Anlaufstelle im Gesundheitssystem – also dort, wo Menschen zuerst Hilfe suchen, wo man sie begleitet, berät oder weiterverweist.

AKWL-Präsidentin Gabriele von Elsenau Overwiening sagt: „Bei der Gesundheitsversorgung muss der Mensch im Mittelpunkt stehen mit seinem individuellen Versorgungsbedarf. Die Primärversorgung ist als erste Anlaufstelle für alle Patientinnen und Patienten eine entscheidende Säule unseres Gesundheitssystems und wird mit Blick auf den demografischen Wandel immer wichtiger – schließlich wird der Versorgungs- und Beratungsbedarf der Menschen in den kommenden Jahren stetig steigen. Das Leitprinzip muss immer ein koordiniertes Zusammenwirken aller Apotheken, Arztpraxen, Kliniken und anderer Leistungserbringern sein, das sich konsequent am Bedarf der Patientinnen und Patienten ausrichtet. Die Apotheken leisten dazu schon jetzt einen wesentlichen Beitrag – und wollen künftig noch stärker eingebunden sein: „Die Apotheken bei uns in Westfalen-Lippe sind flächendeckend und wohnortnah vorhanden, niedrigschwellig rund um die Uhr erreichbar und bieten jederzeit und überall eine hochqualifizierte Beratung.“

Schon heute bieten viele Apotheken in Westfalen-Lippe neben der Abgabe von Medikamenten auch viele andere Dienstleistungen an. So impfen Apotheken gegen Grippe (Influenza) und Corona (COVID-19) – und bieten auch besondere pharmazeutische Dienstleistungen (pDL) an. Dazu zählt die „Erweiterte Medikationsberatung bei Polymedikation“. Mit dem in Kürze in Kraft tretenden Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) werden weitere Angebote und Impfungen dazukommen. Trotz der geplanten Erweiterung des Aufgabenfelds der Apotheken warnt von Elsenau Overwiening aber auch eindringlich vor einem anhaltenden Apothekensterben, auf regionaler wie auf Bundesebene: „In Westfalen-Lippe gibt es derzeit 1.602 Apotheken. Mit 16.541 Apotheken ist in Deutschland ein neuer Tiefstand der Apothekenzahlen erreicht. Im europäischen Vergleich liegen wir bei der Apothekendichte mittlerweile weit hinten. Seit 2013 musste jede fünfte Apotheke schließen. Um das Apothekensterben endlich zu stoppen, brauchen die Apotheken dringend die im Koalitionsvertrag festgeschriebene Erhöhung des Honorars auf 9,50 Euro pro rezeptpflichtigem Medikament.“

Blutdruck messen und digitales Herzalter bestimmen

Anlässlich des Tags der Apotheke am 7. Juni setzen die Vor-Ort-Apotheken in Westfalen-Lippe und die Assmann-Stiftung für Prävention ihre gemeinsame Kampagne „Ihre Apotheke mit Herz“ fort. Mit gutem Beispiel voran ging Münsters Oberbürgermeister Tilman Fuchs, der in der Phoenix-Apotheke Blutdruck und Herzalter bestimmen ließ. Die Initiative findet in diesem Jahr bereits zum vierten Mal statt und rückt erneut die Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen in den Fokus.

Ziel der Kampagne ist es, Bürgerinnen und Bürger für das Thema Herzgesundheit zu sensibilisieren und niedrigschwellige Vorsorge direkt vor Ort zu ermöglichen. In teilnehmenden Apotheken werden rund um den 7. Juni Blutdruckmessungen angeboten. Auf Wunsch lässt sich außerdem das individuelle Herzalter über einen digitalen Fragebogen bestimmen.

Prominente Unterstützung erhält die Gesundheitskampagne in diesem Jahr von Münsters Oberbürgermeister Tilman Fuchs. Als einer der Ersten ließ er in der Phoenix-Apotheke von Inhaberin Juliane Hermes den Blutdruck messen und nutzte anschließend den digitalen Herzalter-Check. Das Ergebnis für den 56-jährigen Oberbürgermeister: erfreuliche 47 Jahre. „Ich freue mich, die Kampagne in diesem Jahr unterstützen zu dürfen. Trotz des hohen Risikos durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist das Thema bei vielen Menschen nicht im Fokus“, so Fuchs, der beim Ortstermin in der Phoenix-Apotheke  die Bedeutung der Apotheken in der Prävention und in ihrer Funktion als soziale Orte herausstellte.

Hintergrund der Initiative ist ein dringliches Gesundheitsproblem: In Deutschland leiden etwa 20 bis 30 Millionen Menschen unter Bluthochdruck. „Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind eine der häufigsten Ursachen für eine eingeschränkte Lebensqualität und vorzeitigen Tod. Das wollen wir mithilfe der Initiative ändern und das Herzalter deutschlandweit bestimmen“, betont Univ.-Prof. em. Dr. med. Gerd Assmann, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Assmann-Stiftung für Prävention.

Auch AKWL-Präsidentin Gabriele von Elsenau Overwiening sieht in der Initiative ein effektives Mittel der Gesundheitsvorsorge: „Unsere Apotheken vor Ort sind oft der erste Anlaufpunkt, wenn Menschen Fragen zu ihrer Gesundheit haben. Mit dieser Kampagne zeigen wir, wie niedrigschwellige Prävention ganz konkret aussieht.“

Apothekerin Juliane Hermes pflichtet bei: „Viele Patientinnen und Patienten nutzen die Gelegenheit für einen spontanen Herzalter-Check. Gerade niedrigschwellige Angebote wie dieses können entscheidend sein, um Risiken frühzeitig zu erkennen.“ Die Aktion „Ihre Apotheke mit Herz“ findet in diesem Jahr an den Tagen um den Tag der Apotheke am 7. Juni in vielen Apotheken in Westfalen-Lippe statt. Das eigene Herzalter lässt sich auch digital ermitteln unter: www.herzalter-bestimmen.de

Bericht zur Kammerversammlung

Die neueste Ausgabe des Online-Mitteilungsblattes steht ab sofort zur Lektüre bereit. Das Mitteilungsblatt liefert einen aktuellen Rückblick auf die Kammerversammlung vom vergangenen Mittwoch und die in diesem Rahmen durchgeführte Vertreterversammlung des Versorgungswerkes der AKWL. Außerdem liefert das Magazin einen Rückblick auf die „Senioren-Akademie“ der AKWL und die Verleihung des Journalistenpreises der Apothekerstiftung.
Weitere Themen sind: Bericht aus CIRS-NRW in der Rubrik Ratgeber Apothekenpraxis und die Info-Veranstaltung der Kreisvertrauensapotheker*innen und Beauftragten für Öffetnlichkeitsarbeit der Kammer.

Zur aktuellen Ausgabe des Mitteilungsblattes gelangen Sie hier.

Ein Kurz-Video zur Kammerversammlung finden Sie auf unserem YouTube-Kanal.

Aufbruch in eine neue pharmazeutische Zukunft

Die Kammerversammlung der Apothekerkammer Westfalen-Lippe (AKWL) hat sich in ihrer heutigen Sitzung in Münster-Roxel intensiv mit der aktuellen Lage der öffentlichen Apotheken sowie den Perspektiven des Berufsstandes beschäftigt. Im Mittelpunkt stand dabei insbesondere der Blick nach vorn: AKWL-Präsidentin Gabriele von Elsenau Overwiening zeichnete in ihrem Bericht ein bewusst positiv-optimistisches Zukunftsbild der Apotheke vor Ort – trotz aller Steine, die man noch aus dem Weg räumen müsse.

Die Kammerpräsidentin betonte in ihrem Bericht, dass die jüngsten politischen Entscheidungen und die geplanten Reformen neue Chancen für die Apothekerschaft eröffnen. Insbesondere der Ausbau pharmazeutischer Dienstleistungen (pDL), erweiterte Impfangebote sowie zusätzliche heilberufliche Befugnisse stärken die Rolle der Apotheke im Gesundheitswesen nachhaltig, so die Präsidentin: Neue Leistungen seien dabei weit mehr als zusätzliche Vergütungsangebote – sie seien ein zentraler Baustein für die Weiterentwicklung der Apotheke als unverzichtbare Säule der wohnortnahen Gesundheitsversorgung: „Vor uns liegt der Aufbruch in eine ganz neue pharmazeutische Zukunft mit neuen pharmazeutischen Aufgaben, mit versorgenden Aufgaben und ich hoffe sehr, dass wir das als große Chance nutzen für eine optimierte Versorgung der Menschen.“

Die Entwicklung zeige bereits Wirkung: Mehr als die Hälfte der Apotheken in Deutschland bietet inzwischen pharmazeutische Dienstleistungen an, die Zahl der erbrachten Leistungen wächst seit Jahren dynamisch.

Zugleich verwies die Präsidentin darauf, dass die wirtschaftliche Situation vieler Apotheken trotz erster Verbesserungen weiterhin angespannt bleibe. Auch wenn nicht alle Honorarforderungen erfüllt worden seien, bringe die Reform indes dank einer leicht erhöhten Vergütung finanzielle Verbesserungen mit sich. „Diese von der Koalition fest zugesagte Erhöhung muss nun auch kommen. Und zwar zeitnah.“ Der Berufsstand habe 14 Jahre und damit länger als wirtschaftlich verkraftbar auf eine Verbesserung gewartet. Dass die Honorarerhöhung noch nicht umgesetzt, die Kürzung zum 1.1.2027 um 30 Cent pro Packung allerdings schon verabschiedet sei, habe das Vertrauen in die Politik erschüttert. Das zeigen auch die Zahlen: „Wir stehen aktuell nur noch bei 1.602 Apotheken. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir unter die 1.600er-Marke rutschen. Das sind fast 700 Apotheken weniger in nur zwei Jahrzehnten und zugleich eine Halbierung der Inhaberinnen und Inhaber von fast 2.300 auf nur noch 1.165.“ Zum Jahresende gehe man von einem weiteren Rückgang der Betriebsstätten auf 1.580 aus.

Apothekerparlament schließt Haushaltsjahr 2025 ab

In der Sitzung am Mittwoch entlasteten die Delegierten Vorstand und Geschäftsführung. Zudem bestätigten sie den von Friedrich Averbeck, Bereichsleiter Finanzen der AKWL, vorgestellten Haushaltsabschluss des Jahres 2025 mit großer Mehrheit (eine Gegenstimme).

Mann mit Brille und blauem Sakko steht an einem Mikrofon vor einem Fenster und hält eine Rede.

In seinem ersten Bericht als AKWL-Hauptgeschäftsführer stellte Michael Schmitz die zentralen Kennzahlen des Kammerhaushalts vor und betonte, welche Aufgaben die Kammermitglieder über ihre Beiträge für das Gemeinwohl leisten, während sich der Staat „einen schlanken Fuß“ mache, so Schmitz: Beginnend bei der Förderung der PTA-Ausbildung durch die Inhaber*innen und eine Stiftungsprofessur an der Universität Münster, Fortbildungsangebote für PTA und PKA, die nicht kostendeckenden Fachsprachenprüfungen oder die Organisation des Nacht- und Notdienstes in Auftragsverwaltung für das Land NRW – „aber komplett auf eigene Kosten“. Schmitz resümierte: „Insgesamt ist das gut ein Sechstel des Kammerhaushaltes“.

Abschied von „Mister Qualitätssicherung“

Drei Personen stehen nebeneinander in einem Raum mit Publikum im Hintergrund, eine Person hält ein Buch mit dem Titel 'ERDMANN ermittelt'

Zum Abschluss dankte Hauptgeschäftsführer Schmitz dem langjährigen AKWL-Abteilungsleiter für Qualitätssicherung Wolfang Erdmann für sein Engagement. Gemeinsam mit der zuständigen Bereichsleiterin Dr. Sylvia Prinz überreichte er ihm als augenzwinkerndes Präsent den Kriminalroman „Erdmann ermittelt“ – die Geschichte eines pensionierten Kommissars und Tennisspielers, der auch im Ruhestand weiter auf Spurensuche geht.

STICHWORT: DIE APOTHEKERKAMMER
Die Apothekerkammer Westfalen-Lippe ist die berufliche Vertretung der 8.499 Apothekerinnen und Apotheker im Landesteil, davon stehen 5.700 aktiv im Berufsleben (davon über 80 Prozent in der öffentlichen Apotheke, aber auch in Krankenhausapotheken, Wirtschaft und Verwaltung). In Westfalen-Lippe gibt es aktuell 1.602 Apotheken, 437 davon werden als Filiale geführt. Die westfälisch-lippischen Apotheken bieten derzeit 16.535 wohnortnahe Arbeitsplätze.

STICHWORT: DIE KAMMERVERSAMMLUNG
Die Kammerversammlung ist das oberste Beschlussorgan der Apothekerkammer. Das Apothekerparlament wird im Fünf-Jahres-Rhythmus gewählt – zuletzt im Juni 2024. Das Apothekerparlament zählt 103 Delegierte und kommt zweimal jährlich zu Arbeitssitzungen zusammen.

Bericht der Präsidentin, Gabriele von Elsenau Overwiening

Zugriff verweigert.

White-Coat-Ceremony der AKWL

Mehr als 50 Pharmazie-Studierende der Universität Münster feierten am Donnerstag im Apothekerhaus die White-Coat-Ceremony. Die Übergabe der weißen Kittel mit Kammerlogo markiert den erfolgreichen Abschluss des ersten Staatsexamens und den Übergang vom Grund- ins Hauptstudium der Pharmazie, und damit in den klinischen Teil des Studiums.

Eva Maria Gödde, Vorstandsmitglied der AKWL, fand in ihrer Ansprache anerkennende Worte für den bisherigen Weg der Studierenden: „Wer es bis hier geschafft hat, kann mit Recht stolz auf sich sein – und gibt jetzt auch nicht mehr auf.“

Auch in diesem Jahr erwartete die Studierenden ein abwechslungsreiches Programm: Ein Impulsvortrag von Dr. Andreas Eimer (Career Service Münster) widmete sich der Frage „Wie werde ich ein/e zufriedene/r Apotheker/in?“. Zudem erhielten die Teilnehmenden bei einer Führung von Wolfgang Erdmann interessante Einblicke in die Geschichte des Apothekerberufs. Den Abschluss des Abends bildete ein gemeinsamer Ausklang bei Essen und Getränken. Das sonnige Wetter lud darüber hinaus viele Studierende dazu ein, den besonderen Moment festzuhalten: Vor dem Apothekerhaus entstanden zahlreiche Erinnerungsfotos in den frisch übergestreiften weißen Kitteln.

Ein kurzer Videorückblick zur Veranstaltung findet sich auf dem YouTube-Kanal der AKWL.

Einlösung Gutschein Stiftungspreis

Ein inspirierender pharmacon Schladming ist zu Ende gegangen. Mit dabei war auch eine Teilnehmerin, die sich Teilnehmerkarte und Reisekosten durch ihre herausragenden Leistungen im Studium verdient hatte: Wer an der Uni Münster alle Prüfungsfächer im zweiten Staatsexamen mit der Bestnote „Sehr gut“ besteht, erhält den Stiftungspreis der Apothekerstiftung Westfalen-Lippe. Damit verbunden ist ein Gutschein für eine pharmacon-Teilnahme nach Wahl. Diesmal fuhr Henriette Dähnhardt (Preisträgerin 2021) nach Schladming. Ute Behle und Dr. Sylvia Prinz, Bereichsleiterinnen Pharmazie der AKWL ließen es sich nicht nehmen, die Preisträgerin vor Ort zu begrüßen.

Foto Alois Müller: v. li. Dr. Sylvia Prinz, Henriette Dähnhardt, Ute Behle

„Anker lichten – Meer Fortbildung auf Langeoog“

Gemeinsam hissen die Apothekerkammern Niedersachsen und Westfalen-Lippe erneut die Segel: Vom 24. bis 27. September 2026 veranstalten sie auch in diesem Jahr die Fortbildungsveranstaltung „Anker lichten – Meer Fortbildung auf Langeoog“. Nach dem erfolgreichen Auftakt geht das besondere Fortbildungsformat damit in die zweite Runde.

„Wir freuen uns, ′Anker lichten′ erneut gemeinsam umzusetzen. Der Erfolg im vergangenen Jahr hat gezeigt, wie gut sich hochwertige Fortbildung und besondere Atmosphäre verbinden lassen“, sagen die Leitenden der Fortbildungsabteilungen, Julia Fabricius (Niedersachsen) und Dr. Oliver Schwalbe (Westfalen-Lippe).

Auch in diesem Jahr erwartet die Teilnehmenden ein hochkarätiges, breit gefächertes Fortbildungsprogramm mit über 30 Vorträgen und Seminaren. „Wir konnten renommierte Referentinnen und Referenten gewinnen, die aktuelles pharmazeutisches Wissen und praxisrelevante Inhalte vermitteln werden – eingebettet in die einzigartige maritime Atmosphäre der autofreien Insel Langeoog“, freut sich Julia Fabricius. Dr. Oliver Schwalbe fügt hinzu: „Unser Konzept setzt auf maximale Flexibilität. Apothekerinnen und Apotheker entscheiden selbst, wie viele Vorträge und Seminare sie besuchen möchten und ob vormittags oder nachmittags. Somit können sie genau die Formate buchen, die für ihren beruflichen Alltag den größten Nutzen haben.“

Zu den Highlights zählen unter anderem:

  • Die neuen Wundermittel? SGLT-2-Hemmer und GLP-1-Rezeptor-Agonisten – mit Prof. Dr. Martina Düfer
  • Beratung von Diabetes-Patient*innen – mit Dr. Katja Renner
  • Praxisworkshop „Glucocorticoide“ – mit Nadine Hoffmann

Darüber hinaus dürfen sich die Teilnehmenden auf weitere namhafte Referentinnen und Referenten freuen, darunter Corinna Bäck, Prof. Dr. Martina Düfer, Dr. Christiane Eickhoff, Morten Lehmann, Dr. Julia Potschadel, Ina Richling, PharmD, Dr. Steffen-Johannes Schmidt, Dr. Oliver Schwalbe, Dr. Verena Stahl, Prof. Dr. med. Petra Staubach-Renz sowie Dr. Alexander Zörner.

Die Vorträge sind kostenfrei, für die Seminare wird eine Teilnahmegebühr erhoben. Aufgrund begrenzter Plätze, insbesondere in den Seminaren, empfehlen wir eine frühzeitige Anmeldung. Ergänzt wird das Fachprogramm durch Möglichkeiten zum interkollegialen Austausch.

Das komplette Fortbildungsprogramm sowie alle Informationen rund und die Buchung und zum Aufenthalt auf Langeoog finden Sie auf den Websites der beiden Apothekerkammern:
Zur Anmeldung über die Website der AK Niedersachsen
Zur Anmeldung über die Website der AK Westfalen-Lippe

Senior-Pharmazeuten bei der Senioren-Akademie

Rund 100 Gäste sind der Einladung der Apothekerkammer Westfalen‑Lippe zum 13. Runden Tisch für Ruheständler*innen und zur „Senioren‑Akademie“ in Münster gefolgt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand ein hochkarätiger Fachvortrag von Dr. Bernd Tenbergen, der in einer naturkundlichen Bilderreise durch drei Jahrhunderte die Verbindung zwischen Pharmazie, Naturwissenschaft und Geschichte aufgriff.

Es ist etwas Besonderes, dass diese Veranstaltung seit Jahren so großen Zuspruch findet und regelmäßig ausgebucht ist. Das zeigt, wie lebendig der Austausch unter Ihnen geblieben ist und das weit über das aktive Berufsleben hinaus, sagte AKWL-Vizepräsident Frank Dieckerhoff in seiner Begrüßung und betonte: „Ihre Apothekerkammer lebt nicht nur von der Gegenwart und der Zukunft, sondern auch von der Erfahrung, dem Wissen und den Geschichten ihrer Ruheständlerinnen und Ruheständler.“

Bernd Tenbergen war bis vor Kurzem stellvertretender Direktor sowie Leiter des Referats Biologie am LWL‑Museum für Naturkunde und gilt als ausgewiesener Experte auf seinem Fachgebiet. In seinem Vortrag mit dem Titel „Pflanzen, Tiere, Mineralien: Apotheker als kundige Naturforscher – Eine Bilderreise durch drei Jahrhunderte“ nahm er das Publikum mit auf eine eindrucksvolle Reise durch die Geschichte der Naturkunde und der Pharmazie. Anschaulich beleuchtete er die historische Rolle von Apothekerinnen und Apothekern als Naturforscher über mehrere Jahrhunderte hinweg und zeigte, wie eng Pharmazie und Naturbeobachtung seit jeher miteinander verbunden sind. Als ein Beispiel nannte er das Sammeln und Dokumentieren von Heilpflanzen: „Viele Herbarien stammen von Apotheker*innen, die Heilpflanzen in ihrer Umgebung oder auch auf Reisen gesammelt und erfasst haben.“ An seine Zuhörer*innen richtete er die Bitte: „Helfen Sie auch weiterhin mit, naturkundliche Sammlungen und Apotheker-Herbarien zu erhalten.“ Im Anschluss an den Vortrag nutzten die Senior-Pharmazeut*innen die Gelegenheit zum kollegialen Austausch. In entspannter Atmosphäre entwickelten sich zahlreiche Gespräche, bei denen Erfahrungen geteilt, Kontakte gepflegt und neue Perspektiven gewonnen wurden.

Verleihung des 8. Journalistenpreises der Apothekerstiftung Westfalen-Lippe

Für sechs herausragende journalistische Beiträge verlieh die Apothekerstiftung Westfalen-Lippe am Montagabend in Münster ihren achten Journalistenpreis mit einem Gesamtpreisgeld von 12.000 Euro. Rund 80 Gäste verfolgten im „1648“ vor der Kulisse des 360 Grad-Münster-Panoramas eine abwechslungsreiche Preisverleihung, bei der erstmals auch ein Podcast prämiert wurde.

In seiner Begrüßung hob Frank Dieckerhoff, Vizepräsident der Apothekerkammer Westfalen-Lippe, die Wichtigkeit von Qualitätsjournalismus hervor: „Wir haben den Journalistenpreis ins Leben gerufen, um Beiträge zu prämieren, die sich ehrlich und kritisch mit Apotheken, Pharmazie und Arzneimitteln auseinandersetzen. Es ist enorm wichtig, dass wir Qualitätsjournalismus würdigen.“


Preisgekrönte Beiträge und ihre Autorinnen und Autoren

In der Kategorie Print/Online wurde Johanna Feckl für ihren Beitrag „Kühl bleiben“, der in der Süddeutschen Zeitung (Ausgabe Ebersberg) veröffentlicht wurde, mit 1.500 Euro ausgezeichnet. In dem Artikel thematisiert Feckl die Auswirkungen steigender Temperaturen auf Arzneimittel und die wachsenden Anforderungen an Apotheken, um vorgeschriebene Lagerbedingungen einzuhalten. „Johanna Feckl hat es geschafft, aus scheinbar technischen Details eine Geschichte zu machen, die von der Zukunft der wohnortnahen Versorgung handelt“, stellte Laudator Kai Heddergott, stellvertretender Vorsitzender des Pressevereins Münster-Münsterland, heraus. Preisträgerin Johanne Feckl nutzte ihre Redezeit für einen Aufruf: „Reden Sie mit Journalisten und Journalistinnen. Damit wir Ihre Geschichten sichtbar machen können.“

Ebenfalls mit 1.500 Euro geehrt wurde die Spiegel-Reportage „Viele Menschen nehmen L-Thyroxin, obwohl sie es nicht bräuchten“. Autorin Marthe Ruddat beleuchtet darin, wie Überdiagnostik und veraltete Ultraschall-Referenzwerte bei Millionen Menschen in Deutschland zu einer jahrelangen Übertherapie mit dem Schilddrüsenmedikament führen. Laudator Dr. Frank Biermann, Vorstandsmitglied der Fachgruppe Medien ver.di NRW, würdigte Ruddat für ihre Leistung, „ein sehr komplexes Thema anschaulich und verständlich“ darzustellen, und betonte: „Journalismus wirkt. Guter Journalismus bleibt nicht folgenlos. Nie.“

Jeweils 1.500 Euro erhielten die Beiträge „Internationale Apotheke in Hagen: Hier werden 25 Sprachen gesprochen“ von Sonja Gerhardt, von WDR Lokalzeit Dortmund / Duisburg / Ruhr, und „Syrer arbeitet wieder als Apotheker in Bad Wünnenberg“ von Jan-Ole Niermann, von der WDR Lokalzeit OWL. Beide Beiträge zeigen auf unterschiedliche Weise, wie international Apotheken heute aufgestellt sind: So hat die Hagener Apotheke seit 70 Jahren den Anspruch, auch Menschen weiterzuhelfen, die kein Deutsch sprechen. Die rund 80 Beschäftigten, von denen rund die Hälfte einen Migrationshintergrund hat, sprechen insgesamt 25 Sprachen.

Der in Bad Wünnenberg lebende Apotheker Kaniwar Mohamed führte in Syrien zwei Apotheken. Dann zwang ihn der Bürgerkrieg zur Flucht. Vor zehn Jahren kam er nach Deutschland und fing bei null an, durchlief Prüfungen zur Anerkennung seiner Approbation und kann nun wieder als Apotheker arbeiten.

Der Jurypräsident des Journalistenpreises, Prof. Dr. Achim Baum, emeritierter Professor für PR und Journalismus an der Hochschule Osnabrück, Campus Lingen, betonte in seiner Laudatio, die beiden Beiträge seien „Beispiele dafür, was die Regionalberichterstattung des öffentlichen Rundfunks tagtäglich leisten kann: Fernsehen, das uns allen gehört, in dem Journalistinnen und Journalisten gute und zuverlässige Arbeit machen, die unseren Horizont erweitert.“

Als „konsequent, dicht und fesselnd erzählt“ beschrieb Laudatorin Andrea Benstein, WDR-Landesstudioleiterin Westfalen (Bielefeld, Münster, Siegen) den dritten Preisträger der Kategorie Video. Mit 3.000 Euro Preisgeld wurde die SWR-Produktion „Pharmaland Südwest – Hightech statt Grundversorgung?“ ausgezeichnet. „Es handelt sich um einen Film, der nicht weniger als einen nationalen Notstand beschreibt“, so Benstein. In seinem Film thematisiert Mark Michel den Spagat zwischen Medizininnovation und Versorgungssicherheit und stellt die Frage, ob Deutschland beides langfristig vereinen kann.


Erstmals ein Podcast ausgezeichnet

In der Kategorie Hörfunk kam es am Montagabend zu einer Premiere: Erstmals wurde ein Podcast mit dem Journalistenpreis der Apothekerstiftung Westfalen-Lippe ausgezeichnet. In „Wolf of Cannabis“ taucht Host Marlene Halser in die Cannabis-Industrie ein. Eine Branche zwischen Legalisierung, Unsicherheit und Wildwest-Mentalität. Für die siebenteilige Produktion erhielt Halser ein Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro.

Laudatorin Corinna Bischof, Geschäftsführerin der Agentur lege artis: „In einer Zeit, in der sich Mediennutzung rasant verändert, schafft der Podcast Raum. Er schafft Nähe, ohne Komplexität zu verlieren und nutzt die Freiheit des Formats, um ein Thema zu beleuchten, das lange zwischen Klischee und politischer Willkür steckte.“


Zum Journalistenpreis

Die Preisverleihung der Apothekerstiftung Westfalen-Lippe hat erneut gezeigt, wie wichtig qualitativ hochwertiger Journalismus ist, der gesellschaftlich relevante Themen aufgreift und kritisch hinterfragt. Die ausgezeichneten Beiträge decken ein breites Spektrum ab und setzen Maßstäbe in ihren jeweiligen Kategorien. Die Apothekerstiftung unterstreicht mit ihrem Journalistenpreis ihr Engagement für seriöse Berichterstattung und die Unterstützung von Journalisten, die in ihrer Arbeit unabhängig und mutig sind. Der Preis wird alle zwei Jahre verliehen, der nächste Bewerbungszeitraum umfasst Beiträge aus den Jahren 2026/27.

Notdienstapotheken im Einsatz

Auch an den Osterfeiertagen stellen die Apotheken in Westfalen-Lippe die Versorgung mit dringend benötigten Arzneimitteln
sicher. „Ob Karfreitag oder Ostermontag – dringend benötigte Medikamente erhalten Patientinnen und Patienten in den jeweiligen Notdienstapotheken“, erklärt Gabriele von Elsenau Overwiening, Präsidentin der Apothekerkammer Westfalen-Lippe.
Die Dienstbereitschaft dauert 24 Stunden, jeweils von 9:00 Uhr morgens bis um 9:00 Uhr am folgenden Tag. Dank dieser Versorgung ist auch an den Feiertagen schnelle Hilfe gewährleistet.

Die nächstgelegene Notdienstapotheke lässt sich auf verschiedenen Wegen finden:

Online: über den Notdienst-Finder unter www.aponet.de

Mobil: Aus dem deutschen Mobilfunknetz die 22 8 33 anrufen, die Ansage des Notdienstes auswählen, Postleitzahl angeben und sich die nächstgelegenen Apotheken ansagen lassen (69 Cent/Minute). Alternativ: SMS mit Postleitzahl an 22833 (69 Cent/SMS).

In der Zeitung: Viele regionale Tageszeitungen berichten außerdem im Lokal- oder Serviceteil über den Apothekennotdienst vor Ort – gedruckt und digital.

Apotheke: „Wer gerade unterwegs ist, kann auch einfach an einer beliebigen Apotheke anhalten“, so von Elsenau Overwiening. „Denn jede Apotheke weist per Aushang auf die nächstgelegenen Notdienstapotheken hin – und zwar vom jeweiligen Standort aus betrachtet.“

Versorgung trotz anhaltender Lieferengpässe

Die weiterhin bestehenden Lieferengpässe stellen die Apotheken auch in diesem Jahr vor Herausforderungen. Diese betreffen verschiedene Arzneimittel aus allen Bereichen. „Die Teams in den Apotheken setzen alles daran, für jede Patientin und jeden Patienten eine geeignete Lösung zu finden“, betont von Elsenau Overwiening. „Während des Notdienstes – besonders an Feiertagen – kann es daher zu längeren Wartezeiten kommen. Dafür bitten wir um Verständnis“, so die Apothekerin.

Bedeutung des Notdienstes

Bundesweit nutzen jede Nacht rund 20.000 Menschen den Apothekennotdienst. „Er spielt besonders für Kinder und ihre Eltern eine wichtige Rolle“, so von Elsenau Overwiening. „Dies zeigt sich am hohen Anteil abgegebener Kinderarzneimittel.“

Immer weniger Apotheken

Gleichzeitig wird das Apotheken-Netz dünner: In ganz Deutschland schließen immer mehr Apotheken. „Die Zahl der Apotheken sinkt kontinuierlich“, erklärt von Elsenau Overwiening. In Deutschland hat die Gesamtzahl den niedrigsten Stand seit fast 50 Jahren erreicht. Die Gründe sind meist wirtschaftlicher Natur: „Seit 2013 gab es keine Honoraranpassung für die Apotheken vor Ort, während die Kosten in allen Bereichen gestiegen sind. Das ist auf Dauer nicht tragbar. Nicht einmal an die Inflation wurde
das Packungshonorar angepasst“, fasst von Elsenau Overwiening die Lage zusammen und betont: „Deshalb muss die Politik dringend handeln und die Apotheken vor Ort wirtschaftlich stärken. Im Krankheitsfall brauchen die Menschen eine Apotheke in erreichbarer Nähe – am besten ‚in Pantoffelnähe‘. Jede weitere Schließung vergrößert die Distanz zur nächsten Apotheke, auch im Nacht- und Notdienst.“

19. Westfälisch-lippischer ApoCup auf der Anlage des Golfsportclubs Gut Winterbrock e.V.

Am Donnerstag, den 25. Juni 2026 findet auf der Anlage des Golfsportclubs Rheine/Mesum der 19. Westfälisch-lippische
ApoCup statt. Nutzen Sie die Chance, einen Tag in der Natur auf dieser schönen Anlage zu verbringen. Das Wettspiel beginnt um 11:00 Uhr. Für eine stärkende Halfway-Verpflegung und das Abendessen wird gesorgt sein.

Die Anmeldung ist bis zum 12. Juni 2026 möglich.

Weitere Infos und Anmeldeformular im internen Bereich >

AKWL-Geschäftsbericht 2025 veröffentlicht

„Wenn eine Zitrone einmal ausgepresst ist, wird es ein Ding der Unmöglichkeit sein, sie im Nachhinein wieder mit Saft zu füllen.“ So beginnt das Editorial des aktuellen Geschäftsberichts. Und weiter: „Diese Binsenweisheit trifft auch auf das Kammerjahr 2025 zu. Wie wirtschaftlich ausgequetscht und personell ausgelaugt viele öffentliche Apotheken in unserem Landesteil sind, zeigte sich einmal mehr an der Entwicklung der Apothekenzahl, die zum 20. Mal in Folge geringer war als im Vorjahr.“
Die wichtigsten Kennzahlen und Entwicklungen aus dem Jahr 2025 sowie Einblicke aus unseren Fachbereichen und Abteilungen können Sie in unserem Geschäftsbericht 2025 entdecken.

Jetzt reinschauen >

Professorin Dr. Lioba Werth: Umgang mit der Macht

Wir laden Sie herzlich zur 18. Vortragsveranstaltung der Apothekerstiftung Westfalen-Lippe am Samstag, 19. September 2026 in Münster ein. Die diesjährige Veranstaltung steht unter dem Titel „Vom Umgang mit der Macht“. Die renommierte Expertin Professorin Dr. Lioba Werth aus Münster spricht über das Thema „Macht“ und darüber, was die Macht mit uns macht. „Macht begegnet uns überall dort, wo Menschen aufeinandertreffen.“

Die Veranstaltung ist kostenlos. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, daher erfolgt die Vergabe der Plätze nach Eingang der Anmeldungen.

Die Anmeldung erfolgt über unseren Veranstaltungskalender.

Jahresauftakt-Event der Apothekerkammer Westfalen-Lippe mit inspirierendem Impulsvortrag

Unter dem Motto „Glück ist keine Glückssache“ ist die Apothekerkammer Westfalen-Lippe (AKWL) mit ihrer Jahresauftaktveranstaltung in das Kammerjahr 2026 gestartet. In der „Cloud“ des Factory Hotels am Germania Campus Münster folgten knapp 200 Kammerangehörige und Gäste der Einladung zu einem ebenso wissenschaftlich fundierten wie lebensnahen Impulsvortrag der Münsteraner Wirtschafts- und Organisationspsychologin Professorin Lioba Werth.

Im Mittelpunkt des Abends stand die Frage, was Menschen tatsächlich glücklich macht – und was nicht. Gleich zu Beginn räumte Werth mit verbreiteten Mythen auf: Glück sei weder angeboren noch primär von äußeren Umständen abhängig. „Die Umstände entscheiden nicht maßgeblich über unser Glücklichsein“, machte die Referentin deutlich. Vielmehr liege ein erheblicher Teil des Glückserlebens in der eigenen Haltung, im Denken und im Verhalten.

Anhand anschaulicher Grafiken, Studienergebnisse und vieler alltagsnaher Beispiele zeigte Werth, dass Glück kein dauerhafter Zustand, sondern ein dynamischer Prozess ist, für den wir in großem Maße selbst verantwortlich sind. Bewusstes Handeln, betonte Werth, könne dabei helfen, mehr Zufriedenheit im Alltag zu erleben. Eine zentrale Rolle spielen dabei sogenannte „Glücksaktivitäten“, die wissenschaftlich gut belegt sind. Dazu zählen unter anderem Dankbarkeit und Optimismus, der bewusste Umgang mit Grübeleien („die bringen niemanden weiter“) und sozialen Vergleichen („lassen Sie das“) sowie das Pflegen tragfähiger sozialer Beziehungen.

Besonderes Augenmerk legte die Referentin auf zwischenmenschliche Aspekte: Beziehungen seien keine Zufallsprodukte, sondern müssten aktiv gestaltet werden: durch Zeit und Wertschätzung. Auch Hilfsbereitschaft und Großzügigkeit wirkten dabei doppelt: Sie machten nicht nur die Empfänger*innen, sondern auch die Gebenden glücklicher. Ebenso wichtig sei der konstruktive Umgang mit Krisen, Stress und Verletzungen. Wer lerne, sich selbst und anderen zu vergeben, schaffe Raum für einen inneren Neustart.

Weitere Glücksfaktoren seien das Erleben von Flow, also das völlige Aufgehen in einer Tätigkeit, der bewusste Genuss im Hier und Jetzt sowie das Setzen sinnvoller Ziele. „Glückliche Menschen haben ein Projekt, keine Leere“, so Werth. Auch das Thema Selbstfürsorge dürfe nicht unterschätzt werden: Bewegung, Meditation und ein achtsamer Umgang mit sich selbst seien wirkungsvolle Glücksbringer – für Leib und Seele.

Kammerpräsidentin Gabriele von Elsenau Overwiening dankte Lioba Werth für den inspirierenden Vortrag, der zahlreiche Impulse für den beruflichen und privaten Alltag geliefert habe. Die Jahresauftakt-Veranstaltung sei eine gelungene Premiere für die AKWL – „und vielleicht sollte daraus ja ein jährliches Ritual werden“.

Weitere Eindrücke der Veranstaltung finden Sie im Video auf unserem YouTube-Kanal

Wer einen weiteren Vortrag von Lioba Werth sehen möchte, habe nun viel Zeit für Vorfreude, so die Präsidentin: „Am 19. September spricht die Referentin im Rahmen der diesjährigen Vortragsveranstaltung der Apothekerstiftung Westfalen-Lippe über den ,Umgang mit der Macht‘ im münsterischen Erbdrostenhof. Schon jetzt können Sie sich dazu anmelden.“ Anmeldungen unter www.akwl.de

Apothekenreform und Weiterentwicklung des PTA-Berufs im Fokus

In Münster kamen ADEXA-Bundesvorstandsmitglied Andreas May, Kammerpräsidentin Gabriele von Elsenau Overwiening und Hauptgeschäftsführer Michael Schmitz zu einem fachlichen Austausch zusammen. Zentrale Themen des gut dreistündigen Treffens im Apothekerhaus waren das derzeit diskutierte Apothekenreformgesetz und gemeinsame Überlegungen zur Stärkung und Aufwertung des PTA-Berufs.

May und von Elsenau Overwiening stellten einvernehmlich fest, dass – auch mit Blick auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – die im Koalitionsvertrag festgeschriebene Erhöhung des Fixhonorars je abgegebener Arzneimittelpackung von 8,35 auf 9,50 Euro unverzüglich umzusetzen sei: „Wer es mit der Stärkung der Vor-Ort-Apotheken als unverzichtbarem Bestandteil der Gesundheitsversorgung und der sozialen Infrastruktur ernst meint, darf sie nicht weiter kaputtsparen“, so von Elsenau Overwiening. Andreas May ergänzte: „Es wird nicht gelingen, steigende Personalkosten, tarifliche Lohnsteigerungen und den zunehmenden Fachkräftemangel in den Apotheken zu bewältigen, wenn die Politik die zugesagte verlässliche und planbare Honorarentwicklung verweigert.“

Beide waren sich darin einig, dass das von der Großen Koalition vorgelegte Reformgesetz einige sinnvolle Elemente enthält – wie etwa die Erhöhung der Nacht- und Notdienstpauschale, den Abbau unnötiger Bürokratie und die Erweiterung des Katalogs der pharmazeutischen Dienstleistungen. Einig waren sich May und von Elsenau Overwiening auch in der Ablehnung der Regelungen zu einer befristeten Vertretung durch PTA: „Zum einen ist diese Regelung weder ausgereift noch zu Ende gedacht. Zum anderen löst sie keines unserer strukturellen Versorgungsprobleme. Diese entstehen insbesondere dadurch, dass die wohnortnahen Apotheken seit Jahren chronisch unterfinanziert sind.“

Michael Schmitz stellte in dem Gespräch die umfassenden Aktivitäten zur Förderung des PTA-Berufs vor. Dazu zählen unter anderem die finanzielle Unterstützung der PTA-Schulen im Kammerbezirk sowie der PTA-Campus, eine digitale Plattform zur Vernetzung, Fortbildung und Information. Aktuell sind dort mehr als 9.000 PTA (über 99 Prozent aller PTA im Landesteil) registriert. Ziel dieser Maßnahmen ist es, die fachliche Qualifikation, die Sichtbarkeit und die beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten von PTA nachhaltig zu verbessern. Mittlerweile entfallen gut zehn Prozent des Kammerhaushaltes auf die Förderung der PTA-Ausbildung und -Fortbildung.

Alle Gesprächspartner hoben die große Bedeutung einer engen Zusammenarbeit zwischen Kammern, Gewerkschaften und weiteren Akteuren im Gesundheitswesen hervor. Nur durch gemeinsame Strategien lasse sich den aktuellen Herausforderungen – vom Fachkräftemangel bis zu strukturellen Veränderungen im Apothekenwesen – wirksam begegnen und die Zukunft der Apothekenberufe sichern. Fazit: „Verantwortungsvoll agierende Politik ist gut beraten, unsere Expertise frühzeitig einzubinden.“

„Apotheken und Approbierte in NRW“ im Fokus

Die flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit öffentlichen Apotheken in Nordrhein-Westfalen steht seit Jahren unter zunehmendem Druck. Die gemeinsame Studie „Apotheken und Approbierte in NRW“ der Apothekerkammern Westfalen-Lippe und Nordrhein nimmt diese Entwicklung seit 2022 systematisch in den Blick. Zu zentralen Fragestellungen arbeiten die beiden Kammern dabei eng mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen zusammen.

Die jetzt vorliegende Fortschreibung der Studie, die jährlich durch das Institut für Handelsforschung (IFH Köln) erstellt wird, zeichnet erneut ein deutliches Bild der angespannten Versorgungslage. Zwar verfügen weiterhin alle Kommunen in Nordrhein-Westfalen über mindestens eine Apotheke, doch die strukturellen Risiken nehmen weiter zu. Seit dem Jahr 2010 ist die Zahl der Apotheken im Land um rund ein Viertel zurückgegangen. Allein im Jahr 2025 standen 97 Apothekenschließungen lediglich zwölf Neueröffnungen gegenüber. Damit liegt die Zahl der Apotheken aktuell nur noch bei 3.510 gegenüber 4.673 vor 15 Jahren.

„Noch können wir glücklicherweise knapp von einem flächendeckenden System sprechen. Seit 2010 haben wir jedoch jede vierte Apotheke in Nordrhein-Westfalen verloren. Das ist eine Entwicklung, die wir uns langfristig nicht mehr leisten können“, resümiert Michael Schmitz, Hauptgeschäftsführer der Apothekerkammer Westfalen-Lippe. Besonders besorgniserregend ist dabei, dass Schließungen längst nicht mehr ausschließlich kleinere Apotheken betreffen. Zunehmend geben auch wirtschaftlich größere Einheiten auf – mit spürbaren Folgen für die Erreichbarkeit der nächsten geöffneten Apotheke, insbesondere in ländlichen und strukturschwächeren Regionen.

Die Studie zeigt zudem, dass sich die Zahl der Kommunen mit nur noch einer Apotheke in den vergangenen zehn Jahren um fast 80 Prozent erhöht hat. „In einzelnen Kommunen zeigen sich inzwischen deutliche Unterschiede in der Apothekendichte. Gerade auf die Kommunen mit nur noch einer geöffneten Apotheke legen wir ein besonderes Augenmerk“, betont Dr. Stefan Derix, Hauptgeschäftsführer der Apothekerkammer Nordrhein. Diese sogenannten Solitär-Apotheken übernehmen häufig eine überdurchschnittliche Versorgungs- und Notdienstfunktion und sind zugleich besonders vulnerabel gegenüber wirtschaftlichen und personellen Belastungen.

Neben der Apothekenstruktur beleuchtet die Studie auch die Entwicklung der pharmazeutischen Fachkräfte. Während der Bedarf an Pharmazeutinnen und Pharmazeuten in unterschiedlichen Versorgungsbereichen steigt, geht die Zahl der in öffentlichen Apotheken tätigen Offizin-Apothekerinnen und -Apotheker seit mehreren Jahren zurück. Gleichzeitig verändern sich Arbeitszeitmodelle, Altersstrukturen und Verantwortungsprofile – Entwicklungen, die die Stabilität der wohnortnahen Arzneimittelversorgung zusätzlich beeinflussen.

Die Apothekerkammern Westfalen-Lippe und Nordrhein sehen die Ergebnisse der Fortschreibung als klaren Handlungsauftrag. Ziel bleibt es, gemeinsam mit der Landespolitik verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen, um die wohnortnahe Arzneimittelversorgung nachhaltig zu sichern und den Apothekerberuf in der öffentlichen Apotheke zukunftsfest aufzustellen.

Rheinenser Apotheker Peter Schöning vollendet 80. Lebensjahr

Am heutigen Montag, 16. Februar 2016, vollendet der Rheinenser Apotheker Peter Schöning sein 80. Lebensjahr. Mit großem Engagement und persönlichem Einsatz ist der gebürtige Schleswiger seit Jahrzehnten für den Berufsstand wie auch für die Stadtgesellschaft aktiv. Die Adler-Apotheke, die er gemeinsam mit Heribert Kuhlmann betrieb, wurde vor gut drei Jahren von Alexa Koopmeiners übernommen..

In Krefeld baute Schöning sein Abitur, absolvierte die damals noch übliche Praktikantenzeit und lernte dort zwei Jahre lang – von 1965 bis 1967 – in der Elefanten-Apotheke die Abläufe von Grund auf kennen. In dieser „Lehrzeit“ lernte er auch seine heutige Frau Liselotte, kurz „Lilo“ genannt, kennen, die zeitgleich mit ihm die ersten Schritte in der Pharmazie wagte. Im Jahr 1967 nahm Schöning das Studium der Pharmazie an der Westfälischen Wilhelms-Universität zu Münster auf. Dieses schloss er 1971 mit dem Staatsexamen und der Approbation als Apotheker ab. Mitten im Studium – 1968 – heiratete der angehende Pharmazeut seine Lilo.

Auf Studium und die Bundeswehrzeit folgte Schönings erste Anstellung als angestellter Apotheker in der Engel-Apotheke in Senden. Eine Zeitungsanzeige, die mit „Apotheke nah der holländischen Grenze zu verpachten“ betitelt war, weckte dann das Interesse der Schönings – wollten sie doch ursprünglich in die Region um Krefeld zurück. Nur war die Adler-Apotheke nicht in der „Seidenstadt“, sondern in Rheine abzugeben. Dennoch überzeugte die Stadt das Apotheker-Ehepaar. So pachteten die Schönings die Apotheke in der Innenstadt 1974 und übernahmen die Offizin später in Gänze.

Neben seiner heilberuflichen Tätigkeit engagierte sich Peter Schöning stets ehrenamtlich: Von 1978 bis 1989 vertrat er die Interessen des Berufsstandes als Mitglied des Apothekerparlamentes der Apothekerkammer Westfalen-Lippe. Direkt im Anschluss wurde er im Kreis Steinfurt zum Kreisvertrauensapotheker gewählt, 1997 kam noch die Funktion als örtlicher Sprecher der Apothekerschaft hinzu. Beide Ämter bekleidete er bis Ende 2019. „Damit war Peter Schöning seit unglaublichen 41 Jahren ehrenamtlich und unermüdlich für die Apothekerschaft im Einsatz“, betont Kammerpräsidentin Gabriele von Elsenau Overwiening. Doch auch in Gesellschaft und Vereinslandschaft Rheines hinterlässt Schöning tiefe Fußstapfen: Den Innenstadtverein hat er mit aus der Taufe gehoben und kümmert sich im Vorstand bis heute um die Entwicklung der Stadt, spricht mit der Politik und bringt als agiler Netzwerker die richtigen Leute zusammen, damit diese möglichst die richtigen Entscheidungen im Sinne einer lebendigen Innenstadt treffen. Die Leidenschaft für die Pharmazie haben Peter und Lilo Schöning – dieses Jahr seit 58 Jahren verheiratet – übrigens auch an ihre beiden Söhne weitergegeben: Sohn Frank hat Pharmazie studiert und ist Geschäftsführer im Bayer-Konzern. Auch der zweite Sohn, Frederik, ist Apotheker. Er betreibt mittlerweile vier Apotheken in Rheine und ist als Kreisvertrauensapotheker und örtlicher Sprecher des Berufsstandes engagiert. In den weißen Apotheker-Kittel wirft Schöning sich nicht mehr und schlägt sich auch keine Notdienste mehr um die Ohren. Er beobachtet die Szene aber weiterhin haargenau, gilt als bestens informiert und gibt der nächsten Generation ab und an Ratschläge. „Das aber sehr dezent und zurückhaltend“, wie sein engstes Umfeld sich zitieren lässt. Anstelle der Apothekerei verbringt Schöning seine Zeit mit schönen Reisen, dem Innenstadtverein und mit seinen vier Enkelkindern.