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Journalistenpreis 2026/27: Jetzt bewerben!

Die Apothekerstiftung Westfalen-Lippe würdigt im Frühjahr 2028 zum neunten Mal herausragende journalistische Beiträge aller Mediengattungen für ihre differenzierte Auseinandersetzung mit der Apotheke und ihrer Rolle und Funktion in der Gesellschaft mit dem Journalistenpreis der Apothekerstiftung Westfalen-Lippe.

Die Preisverleihung wird voraussichtlich im April 2028 stattfinden.


Über 400.000 Menschen suchen Tag für Tag eine Apotheke in Westfalen-Lippe auf. Mit anderen Worten: Die Apotheken-Teams sehen jede*n Einwohner*in im Schnitt 15 bis 20 Mal pro Jahr. Damit ist die wohnortnahe und unabhängige Apotheke die kommunikative und soziale Drehscheibe im deutschen Gesundheitswesen schlechthin. Viele Bürger*innen suchen nicht sofort einen Arzt auf, sobald Beschwerden auftreten, sondern sehen in ihrer Apotheke vor Ort ihre erste Anlaufstelle. Hierin liegt eine besondere Verantwortung und Verpflichtung der Apothekerinnen und Apotheker als Angehörige eines freien Heilberufs.

Der Journalistenpreis soll einen Anreiz bieten, sich differenziert mit der Apotheke und ihrer Rolle und Funktion in der Gesellschaft auseinanderzusetzen. Zudem soll das pharmazeutische Themenspektrum nicht oberflächlich, sondern mittels fundierter Recherche in das Spektrum der Öffentlichkeit gerückt werden.

Der Journalistenpreis der Apothekerstiftung ist mit insgesamt 12.000 Euro dotiert. Über die Aufteilung des Preisgeldes und die Kategorisierung – Print-, Online- und Rundfunkbeiträge, Nachwuchs-Preis(e) oder Sonderpreis(e) – entscheidet die Jury. Mit mindestens einem Preis sollen die besten Beiträge auf lokaler Ebene prämiert werden.

Beiträge, die die oben genannten Kriterien erfüllen, können von den Autor*innen selbst eingereicht werden. Teilnehmen können fest angestellte und freie Journalist*innen, Blogger*innen oder ein Redaktionsteam. Vorschlagsberechtigt sind auch andere Personen, darunter etwa Verleger*innen, Herausgeber*innen, Chefredakteur*innen, Ressortleiter*innen oder Ausbildungsleiter*innen. Erfolgt der Vorschlag durch eine dritte Person, ist die Zustimmung des/der Autoren*in erforderlich. Teilnehmende können sich mit maximal zwei Beiträgen bewerben.

Alle eingereichten Beiträge müssen den rechtlichen Bestimmungen genügen. Von den Teilnehmenden am Wettbewerb ist vor allem sicherzustellen, dass die Rechte Dritter durch ihren Beitrag nicht verletzt werden. Der Beitrag darf darüber hinaus während der Laufzeit des Journalistenpreises der Apothekerstiftung Westfalen-Lippe nicht Gegenstand rechtlicher Aus­einandersetzungen sein. Alle Rechte an den Beiträgen verbleiben bei den Autor*innen. Mit der Bewerbung um den Journalistenpreis der Apothekerstiftung Westfalen-Lippe erklären sich die Teilnehmenden jedoch einverstanden, dass die Apothekerstiftung Westfalen-Lippe die prämierten Beiträge dokumentiert und im Kontext mit dem Journalistenpreis veröffentlicht.

Der Jury gehören an:

  • Marc-Stefan Andres
    Produkt-Manager RUMS
  • Professor Dr. Achim Baum
    Professor für PR und Journalismus am Institut für Kommunikationsmanagement der Hochschule Osnabrück/Campus Lingen
  • Andrea Benstein
    Studioleiterin des WDR-Landesstudios Münster
  • Dr. Frank Biermann
    Vorsitzender der Fachgruppe Medien, Journalismus und Film im Verdi-Bezirk Münsterland
  • Corinna Bischof
    Geschäftsführerin lege artis, Gesellschaft für Publizistik, Kommunikation & Beratung mbH)
  • Kai Heddergott
    2. stv. Vorsitzender des Pressevereins Münster-Münsterland
  • Stefan Nottmeier
    Chefredakteur von Radio Antenne Münster
  • Ulrich Windolph
    Chefredakteur der Westfälischen Nachrichten
  • Gabriele von Elsenau Overwiening
    Vorsitzende der Apothekerstiftung Westfalen-Lippe

Für sechs herausragende journalistische Beiträge verlieh die Apothekerstiftung Westfalen-Lippe ihren achten Journalistenpreis mit einem Gesamtpreisgeld von 12.000 Euro. Rund 80 Gäste verfolgten im „1648“ vor der Kulisse des 360 Grad-Münster-Panoramas eine abwechslungsreiche Preisverleihung, bei der erstmals auch ein Podcast prämiert wurde.

In seiner Begrüßung hob Frank Dieckerhoff, Vizepräsident der Apothekerkammer Westfalen-Lippe, die Wichtigkeit von Qualitätsjournalismus hervor: „Wir haben den Journalistenpreis ins Leben gerufen, um Beiträge zu prämieren, die sich ehrlich und kritisch mit Apotheken, Pharmazie und Arzneimitteln auseinandersetzen. Es ist enorm wichtig, dass wir Qualitätsjournalismus würdigen.“

Preisgekrönte Beiträge und ihre Autorinnen und Autoren

In der Kategorie Print/Online wurde Johanna Feckl für ihren Beitrag „Kühl bleiben“, der in der Süddeutschen Zeitung (Ausgabe Ebersberg) veröffentlicht wurde, mit 1.500 Euro ausgezeichnet. In dem Artikel thematisiert Feckl die Auswirkungen steigender Temperaturen auf Arzneimittel und die wachsenden Anforderungen an Apotheken, um vorgeschriebene Lagerbedingungen einzuhalten. „Johanna Feckl hat es geschafft, aus scheinbar technischen Details eine Geschichte zu machen, die von der Zukunft der wohnortnahen Versorgung handelt“, stellte Laudator Kai Heddergott, stellvertretender Vorsitzender des Pressevereins Münster-Münsterland, heraus. Preisträgerin Johanne Feckl nutzte ihre Redezeit für einen Aufruf: „Reden Sie mit Journalisten und Journalistinnen. Damit wir Ihre Geschichten sichtbar machen können.“

Ebenfalls mit 1.500 Euro geehrt wurde die Spiegel-Reportage „Viele Menschen nehmen L-Thyroxin, obwohl sie es nicht bräuchten“. Autorin Marthe Ruddat beleuchtet darin, wie Überdiagnostik und veraltete Ultraschall-Referenzwerte bei Millionen Menschen in Deutschland zu einer jahrelangen Übertherapie mit dem Schilddrüsenmedikament führen. Laudator Dr. Frank Biermann, Vorstandsmitglied der Fachgruppe Medien ver.di NRW, würdigte Ruddat für ihre Leistung, „ein sehr komplexes Thema anschaulich und verständlich“ darzustellen, und betonte: „Journalismus wirkt. Guter Journalismus bleibt nicht folgenlos. Nie.“

Jeweils 1.500 Euro erhielten die Beiträge „Internationale Apotheke in Hagen: Hier werden 25 Sprachen gesprochen“ von Sonja Gerhardt, von WDR Lokalzeit Dortmund / Duisburg / Ruhr, und „Syrer arbeitet wieder als Apotheker in Bad Wünnenberg“ von Jan-Ole Niermann, von der WDR Lokalzeit OWL. Beide Beiträge zeigen auf unterschiedliche Weise, wie international Apotheken heute aufgestellt sind: So hat die Hagener Apotheke seit 70 Jahren den Anspruch, auch Menschen weiterzuhelfen, die kein Deutsch sprechen. Die rund 80 Beschäftigten, von denen rund die Hälfte einen Migrationshintergrund hat, sprechen insgesamt 25 Sprachen.

Der in Bad Wünnenberg lebende Apotheker Kaniwar Mohamed führte in Syrien zwei Apotheken. Dann zwang ihn der Bürgerkrieg zur Flucht. Vor zehn Jahren kam er nach Deutschland und fing bei null an, durchlief Prüfungen zur Anerkennung seiner Approbation und kann nun wieder als Apotheker arbeiten.

Der Jurypräsident des Journalistenpreises, Prof. Dr. Achim Baum, emeritierter Professor für PR und Journalismus an der Hochschule Osnabrück, Campus Lingen, betonte in seiner Laudatio, die beiden Beiträge seien „Beispiele dafür, was die Regionalberichterstattung des öffentlichen Rundfunks tagtäglich leisten kann: Fernsehen, das uns allen gehört, in dem Journalistinnen und Journalisten gute und zuverlässige Arbeit machen, die unseren Horizont erweitert.“

Als „konsequent, dicht und fesselnd erzählt“ beschrieb Laudatorin Andrea Benstein, WDR-Landesstudioleiterin Westfalen (Bielefeld, Münster, Siegen) den dritten Preisträger der Kategorie Video. Mit 3.000 Euro Preisgeld wurde die SWR-Produktion „Pharmaland Südwest – Hightech statt Grundversorgung?“ ausgezeichnet. „Es handelt sich um einen Film, der nicht weniger als einen nationalen Notstand beschreibt“, so Benstein. In seinem Film thematisiert Mark Michel den Spagat zwischen Medizininnovation und Versorgungssicherheit und stellt die Frage, ob Deutschland beides langfristig vereinen kann.

Erstmals ein Podcast ausgezeichnet

In der Kategorie Hörfunk kam es am Montagabend zu einer Premiere: Erstmals wurde ein Podcast mit dem Journalistenpreis der Apothekerstiftung Westfalen-Lippe ausgezeichnet. In „Wolf of Cannabis“ taucht Host Marlene Halser in die Cannabis-Industrie ein. Eine Branche zwischen Legalisierung, Unsicherheit und Wildwest-Mentalität. Für die siebenteilige Produktion erhielt Halser ein Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro.

Laudatorin Corinna Bischof, Geschäftsführerin der Agentur lege artis: „In einer Zeit, in der sich Mediennutzung rasant verändert, schafft der Podcast Raum. Er schafft Nähe, ohne Komplexität zu verlieren und nutzt die Freiheit des Formats, um ein Thema zu beleuchten, das lange zwischen Klischee und politischer Willkür steckte.“

Der Journalistenpreis wird verliehen für Beiträge in Wort, Ton und Bild, die im Zeitraum vom 1. Januar 2026 bis zum 31. Dezember 2027 in einem in Westfalen-Lippe allgemein zugänglichen Medium (Printmedium, Online, Hörfunk, Fernsehsender) veröffentlicht worden sind und bestenfalls einen Bezug zum Landesteil aufweisen. Einsendeschluss ist der 31. Januar 2028. Gültig ist der Poststempel bzw. der Eingang per E-Mail. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Zulassung von Beiträgen entscheidet die Jury.

Die Bewerbungsunterlagen finden Sie unter Downloads.



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Journalistenpreis 2026-2027: Bewerbung
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