Bundeseinheitlicher Medikationsplan

Das Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen (E-Health-Gesetz) ist seit Jahresbeginn in Kraft. Es sieht vor, dass Patienten, die drei oder mehr verordnete Arzneimittel anwenden, ab dem 1. Oktober 2016 einen Anspruch auf einen Medikationsplan in Papierform haben. Der Arzt muss den Versicherten über seinen Anspruch informieren.

Apothekerinnen und Apotheker sind nur insofern einbezogen, als sie zunächst nur bei Änderungen der Medikation auf Wunsch des Versicherten zur Aktualisierung verpflichtet sind. Die bei der Aktualisierung zentralen Fragen nach der konkreten Umsetzung lauten dabei unter anderem:

  • Welche Angaben gehören auf den Medikationsplan?
  • Wie wird die Medikation dokumentiert?
  • Welchen Anspruch hat die/der Versicherte?
  • Welche technischen Vorgaben gibt es (papierbasiert, per EDV-Unter-
  • stützung)?
  • Entsteht eine besondere Beratungspflicht?
  • Gibt es immer nur einen Medikationsplan?

Antworten auf diese Fragen wurden umfassend durch den Geschäftsbereich Arzneimittel der ABDA beantwortet und in einem Dokument zusammengestellt (siehe nebenstehende Linksammlung).

Wir haben für Sie eine Multimedia-Lektion erstellt, in der Ihnen Isabel Waltering, PharmD, praxisnahe Erläuterungen rund um den bundeseinheitlichen Medikationsplan liefert. Sie finden diese Lektion im internen Bereich: Lektion im internen Bereich von akwl.de aufrufen.

Nachfolgend finden Sie eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Informationen zum Medikationsplan:

Erstellung des Medikationsplans
Der Medikationsplan wird vom verordnenden Arzt ausgefertigt. In der Regel wird die erstmalige Erstellung des Plans durch den behandelnden Hausarzt erfolgen. Auch ein Facharzt, der die überwiegende Koordination der Arzneimitteltherapie eines Patienten leistet, kann den Plan ausgeben. Aktualisierungen durch mitbehandelnde Ärzte sind erwünscht.

Aktualisierung des Medikationsplans durch die Apotheke
Die Apotheke hat - sofern erforderlich - die Aktualisierung des Medikationsplans bei Abgabe eines Arzneimittels auf Wunsch des Versicherten vorzunehmen. Der Anspruch des Versicherten auf Aktualisierung des Medikationsplans in der Apotheke ist laut Gesetz also an eine entsprechende Arzneimittelabgabe gekoppelt.

Verordnete Arzneimittel
Erfolgt für verordnete Arzneimittel, die schon auf dem Medikationsplan aufgeführt sind, in der Apotheke ein Austausch nach Rabattvertrag und ändert sich somit der Handelsname des abgegebenen Arzneimittels, so kann auf Wunsch des Patienten eine Aktualisierung des Medikationsplans durch die Apotheke vorgenommen werden.
Verordnete Arzneimittel, die nicht auf dem Medikationsplan aufgeführt sind und für die in der Apotheke ein Rezept vorgelegt wird (z. B. weil der Medikationsplan vom Hausarzt erstellt wurde, später aber eine Facharzt-Verordnung erfolgte), sind bei der Abgabe auf Wunsch des Versicherten ebenso auf dem Medikationsplan einzutragen. Hier ist zu beachten, dass der Apotheke im Regelfall nicht alle zur Dokumentation auf dem Medikationsplan erforderlichen Informationen vorliegen.

Arzneimittel im Rahmen der Selbstmedikation
Der Anspruch des Versicherten erstreckt sich auch auf seine Arzneimittel der Selbstmedikation. Auch diese sind bei der Abgabe in der Apotheke auf dem Medikationsplan zu ergänzen, wenn der Versicherte es wünscht und die Apotheke dies aus pharmazeutischer Sicht für notwendig erachtet.

Technische Umsetzung
Die Aktualisierung des Medikationsplans in der Apotheke ist derzeit nicht an bestimmte technische Voraussetzungen
geknüpft. Zunächst wird die Papierversion eingeführt und umgesetzt. Handschriftliche Ergänzungen sind auf das Notwendigste zu beschränken und sollen deutlich lesbar erfolgen.
Ab dem 01. Januar 2019 müssen Apotheken in der Lage sein, entsprechende Daten elektronisch zu erheben, verwalten und zu nutzen. Viele Apotheken-Softwarehäuser bieten aber bereits entsprechende Softwaremodule an oder entwickeln diese derzeit.